Flüchtlinge

Wegen der Flüchtlingskrise hat das UNHCR keine Reserven mehr

UNO-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres rechnet mit noch mehr Flüchtlingen

UNO-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres rechnet mit noch mehr Flüchtlingen

Wegen zahlreicher neuer Flüchtlingskrisen kommt das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) an seine Grenzen. Und: dem UNHCR geht das Geld aus. Die Reserven des UNHCR seien auf Null gesunken, sagte UNO-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres in Genf.

"Wir haben gleichzeitig mit mit vier schweren Krisen zu kämpfen: wegen Syrien, Mali, Sudan und Kongo-Kinshasa", sagte Guterres an einer Medienkonferenz am Freitag. Die vier Krisenherde kämen zu den Langzeit-Flüchtlingskrisen wie in Somalia oder Afghanistan noch dazu.

Im vergangenen Jahr waren gemäss UNHCR-Zahlen weltweit bereits 42,5 Millionen Menschen auf der Flucht - innerhalb und ausserhalb ihrer Heimatländer.

Und in diesem Jahr hätten bislang bereits 720'000 Menschen ihre Heimatländer wegen Konflikten verlassen müssen. Wegen des Bürgerkrieges in Syrien rechnet das UNHCR mit einem weiteren drastischen Anstieg der Flüchtlingszahlen. "Wir stehen unter enormem Druck wegen dieser dramatischen Kombination von alten und neuen Krisen", räumte Guterres ein.

Gefragt nach der Lage der syrischen Flüchtlinge nach den jüngsten Kampfhandlungen an der der Grenze zwischen Syrien und der Türkei, sagte Guterres, das UNHCR habe von der Türkei "klare Zusicherungen" erhalten, dass die Grenze für Flüchtlinge offen bleibe. Guterres appellierte auch an alle anderen Staaten in Konfliktregionen, ihre Grenzen weiter offen zu halten.

Sparprogramm verabschiedet

Wegen der knappen Mittel musste die UNO-Flüchtlingsorganisation über die Bücher: Das UNHCR verordnete sich selbst ein Sparprogramm in Höhe von 60 Millionen Dollar. So muss der Hauptsitz in Genf bei seinen Ausgaben 9 Prozent sparen, wie Guterres am Freitag bekanntgab.

Auch ein Programm vor Ort ist von den Sparmassnahmen betroffen: Das UNHCR habe bereits die Rückführungsaktion für Flüchtlinge aus der Elfenbeinküste in ihre Heimat zurückgefahren, sagte Guterres.

In dieser Woche war der Exekutivrat des UNHCR in Genf zusammengetroffen. Gemäss dem Hochkommissar beläuft sich das revidierte Budget des UNHCR in diesem Jahr auf fast vier Milliarden Dollar.

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