Giftanschlag

Washington: Russland kann ausgewiesene Diplomaten ersetzen

Die russische Botschaft in Washington. Die Flagge steht auf Halbmast, weil Russland der 64 Toten nach einem Brand in einem Shopping Center gedenkt.

Die russische Botschaft in Washington. Die Flagge steht auf Halbmast, weil Russland der 64 Toten nach einem Brand in einem Shopping Center gedenkt.

Im Streit um den vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal zeigen sich die USA kompromissbereit: Die US-Regierung hat Russland angeboten, die aus den USA ausgewiesenen Diplomaten durch andere zu ersetzen.

"Die USA haben 48 russische Geheimdienstoffiziere ausgewiesen, aber sie verlangen nicht von der russischen Vertretung, die Gesamtzahl ihres Personals zu reduzieren", sagte ein Vertreter des US-Aussenministeriums am Freitag der Nachrichtenagentur AFP in Washington. Die russische Regierung könne frei entscheiden, wen sie auf die frei gewordenen Posten setze.

Die USA hatten insgesamt 60 russische Diplomaten ausgewiesen, darunter 48 angeblich unter dem Deckmantel der Diplomatie tätige Geheimdienstvertreter sowie zwölf Diplomaten, die bei der Uno in New York akkreditiert sind. Moskau bestreitet, dass es sich bei den 48 Russen um Spione handelt. Sie haben bis zum Montag Zeit, die USA zu verlassen.

Neben den USA hatten zahlreiche andere Länder russische Diplomaten ausgewiesen, darunter auch Deutschland. Russland hat inzwischen Gegenmassnahmen gegen rund 20 Staaten angekündigt. Auch vier deutsche Diplomaten sind von der Ausweisung betroffen. Am Freitagabend teilten auch Frankreich und Kanada mit, dass ihre Länder jeweils vier Diplomaten aus Russland nach Hause holen müssen.

Hintergrund der diplomatischen Spannungen ist der Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal Anfang März in England. Grossbritannien und andere westliche Staaten machen Russland für die Tat verantwortlich.

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