Nicht abgesegnet wurde die Wahl von 142 mutmasslichen Abgeordneten - darunter auch diejenige Yinglucks und ihres Rivalen, des ehemaligen Ministerpräsidenten Abhisit Vejjajiva. Die Verzögerungen schüren Befürchtungen vor weiteren politischen Unruhen.

Die Beschwerden gegen Yingluck und ihre Pheu Partei betreffen die Beteiligung ihres Bruders und ehemaligen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra sowie weiterer vom Politikbetrieb ausgeschlossener Politiker. Über 100 Mitglieder aus Thaksins Partei wurde 2007 für fünf Jahre die Teilnahme an Wahlen verboten.

Nach dem Militärputsch gegen Thaksin 2006 kommt Thailand nicht zur Ruhe. Thaksin wurde aus dem Amt getrieben und später wegen Korruption und mangelndem Respekt vor dem König angeklagt.

Der Entscheid der Wahlkommission könnte der Beginn eines weiteren juristischen Staatsstreichs gegen das politische Lager von Thaksin sein, sagte Pavin Chachavalpongpun vom Institut für südostasiatische Studien in Singapur. Yingluck gab sich zunächst gelassen. Sie sei sicher, dass die Wahlkommission ihr und ihrer Partei Gerechtigkeit widerfahren lasse, sagte sie. Die Verzögerungen seien ein normaler Prozess.