Jemen

Waffen im Jemen sollen laut Staatsfernsehen ruhen

Bei den Protesten im Jemen soll kein Blut mehr fliessen: Eine Waffenruhe wurde vereinbart

Bei den Protesten im Jemen soll kein Blut mehr fliessen: Eine Waffenruhe wurde vereinbart

Nach drei Tagen der Gewalt mit mehr als 70 Toten ist in Jemens Hauptstadt Sanaa eine Waffenruhe vereinbart worden. Das berichtete das staatliche Fernsehen am Dienstag.

Die Vereinbarung sei von Vize-Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und mehreren ausländischen Vertretern - unter anderem den Botschaftern der USA und Grossbritanniens - ausgehandelt worden.

Hadi vertritt Staatschef Saleh, der seit einem Angriff auf seinen Palast Anfang Juni in Saudi-Arabien behandelt wird. Die Regierungstruppen würden sich an den Waffenstillstand halten, hiess es in dem Ministerium. Auch aus dem Umfeld der Regierungsgegner hiess es, die Waffenruhe werde eingehalten. Am Abend war es in der Hauptstadt ruhig.

Mit Mörsergranaten gegen Regimegegner

Die Truppen des bedrängten Langzeit-Präsidenten Ali Abdullah Saleh waren zuvor noch härter gegen Demonstranten vorgegangen. Den dritten Tag in Folge schossen sie auf Regimegegner im Zentrum von Sanaa und setzten dabei sogar Mörsergranaten ein.

Nach Informationen von Menschenrechtsaktivisten starben mindestens neun Menschen, als ein Geschoss ein Zelt der Protestierenden auf dem Taghier-Platz traf.

Als Reaktion auf die Gewalt organisierte die Protestbewegung am Dienstag Märsche in sechs jemenitischen Provinzen. Demonstranten zogen mit Rufen wie "Wir werden nicht zurückweichen!" und "Wir stürzen das Regime, koste es was es wolle!" durch die Strassen.

Seit Ausbruch der Proteste gegen das Saleh-Regime im Jemen haben Sicherheitskräfte nach Schätzungen von Menschenrechtlern rund 500 Demonstranten getötet.

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