Bei der Verteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU sei "eine neue Art der Lastenverteilung" notwendig, sagte die deutsche Politikerin bei einem Treffen mit Ministerpräsident Giuseppe Conte am Freitag in Rom. Italien, Spanien und Griechenland seien wegen ihrer geografischen Lage besonders dem Problem ausgesetzt.

"Wir brauchen effektive und gleichzeitig menschliche Verfahren", sagte von der Leyen. "Wir wissen, dass Migration nicht weggehen wird, es ist ein Erbe der globalisierten Welt." Solidarität sei aber keine Einbahnstrasse, sie müsse von beiden Seiten kommen. "Wenn wir zusammenarbeiten, werden wir eine Lösung finden."

Wie der neue Ansatz aussehen soll, sagte von der Leyen nicht. Vor allem EU-Staaten wie Ungarn und Polen lehnen es strikt ab, sich zur Aufnahme von Asylsuchenden verpflichten zu lassen.

Italiens populistische Regierung - insbesondere Innenminister Matteo Salvini - will Schiffe mit geretteten Flüchtlingen nicht anlegen lassen. Deshalb werden diese immer wieder auf dem Meer blockiert - wie auch derzeit die deutsche "Alan Kurdi" und die spanische "Open Arms".

Conte betonte derweil, ihm gehe es um Wirtschaftswachstum in der EU und in Italien. Seine Regierung liegt mit der EU seit langem wegen einer haushohen Verschuldung im Dauerstreit.

Von der Leyen hatte bereits Besuche in Paris, Warschau, Zagreb und Madrid absolviert. Sie tritt am 1. November ihr Amt an.