Die Schweizer waren am 1. Juli im Nordosten Balutschistans entführt worden. Sie waren in einem Campingbus unterwegs und wollten in den Bergen des Distrikts Loralai übernachten. Die Region gilt als wichtige Transitroute der radikal-islamischen Taliban zwischen dem pakistanischen Stammesgebiet Süd-Waziristan und Afghanistan.

Ein Kommandeur der Aufständischen, der anonym bleiben wollte, hatte nach der Entführung erklärt, das Paar sei von den Taliban verschleppt und in deren Hochburg Süd-Waziristan gebracht worden. Regierung und Militär in Pakistan haben das nicht bestätigt. Auch eine offizielle Stellungnahme der Bewegung "Tehrik-e-Taliban", der Dachorganisation der pakistanischen Taliban, gibt es bislang nicht.

Auf Nachfrage sagte der Kommandeur, es gebe Hinweise, dass die Schweizer in den Händen der sogenannten Punjabi Taliban seien. Die Gruppe setzt sich vor allem aus Kämpfern aus der Provinz Punjab zusammen und soll Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida haben.

"Wir wissen nicht, ob sie die Geiseln in Süd-Waziristan behalten oder weiter nach Nord-Waziristan bringen werden." Forderungen nach Lösegeld oder dem Austausch der Entführten gegen inhaftierte Gesinnungsgenossen würde die Gruppe erst stellen, wenn sich die Schweizer an "einem sicheren Ort" befänden, sagte er.