Seit Tagen gehen Bewohner eines Mittelschicht-Viertels in Buenos Aires aggressiv gegen hunderte obdachlose Einwanderer aus Nachbarländern vor, die aus Protest gegen ihre Lage ein Zeltlager in einem Park aufgeschlagen haben. Vier Einwanderer fielen der Gewalt bisher zum Opfer.

Am Dienstag wurden eine Bolivianerin und ein Paraguayer bei einem Polizeieinsatz zur Räumung des Lagers im Park Indoamericano erschossen. Die Polizei habe mit scharfer Munition geschossen, sagte ein Vertreter eines Vereins, der sich für Arme und Obdachlose einsetzt.

Am Donnerstag starb ein Bolivianer bei Zusammenstössen mit Anwohnern. Am Freitag zündeten Anwohner die Zelte der Obdachlosen an. Bewaffnete gingen auf die Einwanderer los.

Crescenti sagte, es werde sogar auf die Rettungswagen geschossen, daher könnten die Helfer nicht zur Versorgung der Verletzten in den Park gelangen. Die Nationalität des 19-jährigen Opfers wurde zunächst nicht genannt.

Die gewaltsamen Übergriffe hatten begonnen, nachdem die Polizei die Räumung des Parks aufgegeben hatte. Seitdem waren keine Sicherheitskräfte mehr vor Ort.

"Wir wollen, dass die Polizei zurückkommt", schrie Elizabeth Valderrama, die Witwe des am Donnerstag getöteten Bolivianers Juan Quispe. "Sie haben meinen Mann wie einen Hund getötet", sagte Valderrama. Wütende Anwohner riefen: "Wir wollen keinen Slum im Park."

Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner hatte es abgelehnt, die nationale Polizei in dem Konflikt einzusetzen. Der Bürgermeister von Buenos Aires, Mauricio Macri von der konservativen Opposition, schob der Regierung die Schuld für die Eskalation der Lage zu.