China - Tibet

Vierfache Mutter entzündet sich in Tibet aus Protest selbst

Der Chörten (ein Kultbau) des tibetischen Klosters Kirti in Aba (Archiv)

Der Chörten (ein Kultbau) des tibetischen Klosters Kirti in Aba (Archiv)

Aus Protest gegen die chinesische Tibet-Politik hat sich im Südwesten Chinas eine vierfache Mutter selbst angezündet. Wie die in London ansässige Aktivistengruppe Free Tibet mitteilte, starb die 32-Jährige am Sonntag.

Die Frau namens Rinchen habe sich vor einem Polizeiposten in der Stadt Aba in der Provinz Sichuan selbst in Brand gesetzt. Bei der Protestaktion nahe des Klosters Kirti habe sie die Rückkehr des geistlichen Oberhaupts der Tibeter, des Dalai Lamas, aus dem indischen Exil gefordert.

Innerhalb eines Jahres haben sich damit bereits mehr als 20 Tibeter aus Protest selbst angezündet, darunter zahlreiche buddhistische Mönche. China hatte in den vergangenen Monaten die Sicherheitsvorkehrungen in Tibet und anderen von Tibetern bewohnten Provinzen verschärft, nachdem es dort Proteste gegeben hatte.

Erst vor wenigen Tagen verschärfte die chinesische Führung die Kontrolle von Internet und Mobiltelefonen in Tibet. Offenbar soll so verhindert werden, dass sich während des Treffens des Nationalen Volkskongresses, das am Montag beginnt, mögliche Informationen über Unruhen in einer bestimmten Gegend und das Vorgehen dagegen verbreiten und so Proteste auf andere Regionen übergreifen könnten.

China hat Tibet 1951 besetzt und kontrolliert die autonome Region sowie die anliegenden Provinzen mit harter Hand. Die Tibeter klagen seit Jahrzehnten über soziale und religiöse Diskriminierung.

Der Dalai Lama wirft der chinesischen Regierung "kulturellen Völkermord" vor. Peking seinerseits beschuldigt ihn, nach der Loslösung Tibets von China zu streben.

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