Es führte den Anstieg auf die unpopuläre Rentenreform dieses Sommers zurück. Die russische Führung hat das Rentenalter um je fünf Jahre für Männer und Frauen erhöht.

"Es ist nicht gelungen, die Menschen davon zu überzeugen, dass Putin davon nichts gewusst hat", sagte der Lewada-Experte Denis Wolkow der Zeitung "Wedomosti" zufolge. Der Ärger sei aber auch nicht so gross, um zu Massenprotesten zu führen.

In der seit 2012 regelmässig durchgeführten Umfrage machte in diesem Oktober eine Rekordzahl von 61 Prozent Putin vollständig verantwortlich für die Lage im Land. Weitere 22 Prozent hielten ihn für mitverantwortlich. Damit sehen vier von fünf Russen (83 Prozent) den Kremlchef in der Pflicht.

Zugleich sank der Anteil derer, die ihm bescheinigen, er habe alles richtig gemacht, sei aber an korrupten Beamten (10 Prozent) oder schwierigen Umständen (6 Prozent) gescheitert. Das traditionelle Bild der russischen Bevölkerung, dass der Zar gut, die Bojaren (Adeligen) seiner Umgebung aber schlecht seien, sei durchbrochen, sagte auch der Politologe Boris Makarenko.

Putin ist seit fast 19 Jahren beherrschende politische Figur im grössten Land der Erde. Er war im März mit dem Rekordergebnis von über 76 Prozent wiedergewählt worden. Zugleich belegen auch andere Umfragen, dass seine Popularität unter der Rentenreform gelitten hat.