England

Vier Personen verletzt – Mann sticht in Manchester mit Messer um sich

In einem Einkaufszentrum in Manchester sind bei einer Messerattacke mehrere Personen verletzt worden. Der Täter wurde von der Polizei verhaftet. Das Motiv ist noch nicht bekannt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Im Einkaufszentrum Arndale in Manchester wurden vier Menschen niedergestochen.
  • Es gab keine Toten.
  • Der Täter, ein 40-jähriger Mann, wurde verhaftet.
  • Das Motiv ist nicht bekannt, die Ermittlungen wurden aber von der Anti-Terror-Behörde übernommen.

Um 12:20 Uhr Schweizer Zeit gingen bei der Polizei von Greater Manchester mehrere Notrufe ein, wonach ein Mann mit einem Messer in einer Starbucks-Filiale im Arndale Einkaufszentrum im Stadtzentrum von Manchester in Nordengland auf mehrere Menschen einsteche.

Der Mann attackiere die Menschen grundlos, es sei Panik ausgebrochen. Wie die Grafschaft Manchester mitteilt, sei sofort ein Grossalarm ausgelöst worden, der zu einem umfassenden Einsatz von Polizei, Sondereinheit, Krankenautos und Gefahrenschutz geführt habe. Da die regulären britischen Polizisten nur mit Schlagstöcken bewaffnet sind, wurde eine grosse Anzahl an Spezialkräften aufgeboten. Diese evakuierten das gesamte Einkaufszentrum und räumten Teile des Stadtzentrums. Auch der öffentliche Verkehr in der Umgebung wurde vorübergehen eingestellt.

Die BBC schreibt, dass britische Behörden in solchen Situation jeweils extrem schnell und mit grossen Einsätzen reagieren würden, welche die Menschen teilweise verunsichern würden. Auf Videos war zu sehen, wie minutenlang Polizeifahrzeuge mit dröhnenden Sirenen vorfuhren und mehrere Dutzend teils schwer bewaffnete Polizisten durch die Strassen rannten, während Hubschrauber im Tiefflug über die Stadt kreisten. Die Polizei jedoch relativierte: Es sei besser, im Notfall zu viele Einheiten zu entsenden, als zu wenige. So konnte laut der Polizei, innert zwanzig Minuten nach Meldungseingang, bereits das ganze Einkaufszentrum evakuiert werden.

Manchester liegt im Nordwesten Englands. Das Arndale Einkaufszentrum befindet sich im Zetrum  der Stadt. (Bild und Montage: BBC)

Manchester liegt im Nordwesten Englands. Das Arndale Einkaufszentrum befindet sich im Zetrum der Stadt. (Bild und Montage: BBC)

Kurz nach Eintreffen der Sicherheitskräfte gelang es schwer bewaffneten Polizisten den Täter, ein vierzig jähriger Mann, vor dem Einkaufszentrum zu verhaften. Da er starken Widerstand leistete, wurde er von den Polizisten mit Elektroschockern mehrfach geteasert und dabei verletzt. Nährere Angaben zum Täter wollte die Polizei nicht machen. Die Motive, die zur Tat führten waren am Freitag noch nicht bekannt. Man gehe aber davon aus, dass der Täter alleine und nicht in Gemeinschaft gehandelt habe.

Aufgrund der Umstände im Einkaufszentrum, der Unübersichtlichen Lage und der Ereignisse in Deutschland während der letzten Tage sei die Anti-Terroreinheit «North West» aktiv geworden und habe den Einsatz und die Ermittlungen übernommen. Zwar sei es weder geklärt noch bestätigt, dass es sich bei dem Übergriff um einen terroristischen Hintergrund gehandelt habe, es sei aber «gängige Prozedur», dass bei einem solchen Vorfall nicht die Stadtpolizei sonder die Anti-Terroreinheit die Leitung übernehme. Das teilten die Behörden am Freitag mit.

Trotzdem sei es wichtig, keine voreiligen Schlüsse ziehen. «Wir ermitteln in alle Richtungen», schreibt die Polizei auf Twitter. Alle Hinweise seien willkommen, welche die Ermittlungen vorantreiben können.

Nach dem Vorfall trat Premierminister Boris Johnson kurz vor die Medien. Er teilte mit, dass er den Angriff zutiefst verurteile. Sein Mitgefühl sei bei den Opfern und den Familien. Er sei schockiert über die Geschehnisse.

Die Polizei forderte die Bevölkerung auf, nicht voreilig und unbestätigt über die Geschehnisse und die Motive zu spekulieren. Momentan gelte es, die Situation zu bewältigen und die Verletzten zu versorgen und nicht, über mögliche Tatmotive zu diskutieren. «Verbreiten Sie keine unbestätigten Melden auf den sozialen Medien», schrieb die Grafschaft Manchester auf Twitter.

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