Der UNO-Sondergesandte für Somalia, Augustine Mahiga, sprach von einem "bedeutenden" Schritt auf dem Weg zu einem Ende der Übergangsphase. Das Mandat der Übergangsregierung in dem bürgerkriegsgeplagten Land endet am 20. August. Die Verfassung sei die Grundlage der neuen politischen Institutionen für einen stabilen und funktionierenden Staat, sagte Mahiga.

Ende Juni hatte die Übergangsregierung einen Verfassungsentwurf präsentiert, der ein Mehrparteiensystem und Gesetze vorsieht, die sich nach dem islamischen Recht der Scharia richten. In dem Entwurf hiess es auch, dass Frauen "in allen staatlichen Institutionen" vertreten sein und alle Bürger die gleichen Rechte und Pflichten haben sollten.

Nach offiziellen Angaben besteht die Verfassunggebende Versammlung, die die somalische Gesellschaft bestmöglich repräsentieren soll, zu 30 Prozent aus Frauen. Bevor die Verfassung ratifiziert werden kann, muss noch das Volk darüber abstimmen. Ein Datum dafür steht noch nicht fest.

Ein UNO-Bericht hatte der Übergangsregierung kürzlich "tiefgreifende Korruption" vorgeworfen. Etwa 70 Prozent der Staatseinnahmen seien gestohlen oder verschleudert worden, hiess es in der Einschätzung. Somalias Präsident Sharif Cheikh Ahmed wies die Anschuldigungen zurück.

In Somalia gibt es seit dem Sturz des langjährigen Präsidenten Siad Barre im Jahr 1991 keine funktionierende Regierung mehr. Die radikalislamische Al-Schabaab-Miliz, die gegen die schwache Übergangsregierung kämpft, kontrolliert weite Teile des Zentrums und des Südens des Landes und verübt immer wieder Attentate.