Maduro schwor "im Namen absoluter Loyalität zu Kommandant Hugo Chávez" die "Bolivarische Verfassung" Venezuelas zu verteidigen. In seiner Antrittsrede forderte er sofortige Neuwahlen. Er habe die Wahlbehörde gebeten, einen möglichst raschen Termin festzusetzen, sagte Maduro.

Die venezolanische Verfassung sieht eigentlich vor, dass im Todesfall der Parlamentsvorsitzende die Regierungsgeschäfte übernimmt. Innerhalb von 30 Tagen müssen dann Neuwahlen stattfinden.

Opposition boykottiert Zeremonie

Die im Fernsehen übertragene Zeremonie wurde von der Opposition boykottiert. Oppositionsführer Henrique Capriles bezeichnete die Interimspräsidentschaft Maduros als illegitim.

"Niemand hat Nicolas gewählt", sagte Capriles in Caracas. Die Entscheidung des obersten Gerichts, dass Maduro bis zur Wahl als Übergangspräsident eingesetzt werden soll, sei "Missbrauch".

Maduro gegen Capriles

Chávez hatte den 50 Jahre alten früheren Busfahrer und Gewerkschafter zu seinem Nachfolger auserkoren. Er soll bei den Neuwahlen als Spitzenkandidat der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) ins Rennen gehen.

Die Chávez-Gegner wollen ihren Kandidaten nächste Woche nach Ablauf der siebentägigen Staatstrauer nominieren, wie der Vertreter des venezolanischen Oppositionsbündnisses MUD in den USA, Pedro Mena, in Miami sagte. Erste Wahl sei Capriles. Der 40-Jährige hatte im Oktober die Präsidentenwahl gegen Chávez verloren.

30 Staatschefs an Trauerfeier

Chávez war am Dienstag einem Krebsleiden erlegen. An der offiziellen Trauerfeier nahmen am Freitag etwa 30 Staats- und Regierungschefs teil, darunter das kubanische Staatsoberhaupt Raul Castro, der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad und Weissrusslands Machthaber Alexander Lukaschenko.

Auch US-Bürgerrechtler Jesse Jackson Sr. und Hollywood-Star Sean Penn waren unter den Gästen. Nach Abschluss der um sieben Tage verlängerte Staatstrauer soll die Leiche von Chavez einbalsamiert und für die Ewigkeit in einem Museum aufgebahrt werden.