In seiner Rede an das venezolanische Volk räumte der 56-jährige Präsident ein, dass die Ärzte ihm auf Kuba auch ein Krebsgeschwür entfernt hätten. Er sei zunächst am 10. Juni an einem Abszess in der Beckengegend operiert worden.

Danach habe man ein Krebsgeschwür entdeckt, das aber ganz entfernt worden sei. Jetzt sei er weiter in Behandlung, um die verschiedenen bösartige Zelltypen in seinem Körper zu bekämpfen.

Ein konkretes Datum für eine Rückkehr nach Venezuela nannte Chávez in der vom Fernsehen und Radio übertragenen Ansprache nicht. Während der Rede stand Chávez an einem Holzpult mit zwei Mikrofonen. An der Wand hinter ihm war ein grosses Porträt des südamerikanischen Freiheitshelden Simón Bolivar angebracht.

An seiner rechten Seite war die Nationalflagge Venezuelas zu sehen. Chávez, der bald vier Wochen ausser Landes ist, räumte ein, er habe seit einigen Jahren keine ärztlichen Checks gemacht. Dies sei ein Fehler gewesen.

Chávez regiert von Havanna aus

Trotz seiner Erkrankung zeigte er sich kämpferisch. "Jetzt und für immer - wir werden leben und siegen", sagte Chávez, der in den vergangenen Tagen von Havanna aus auch Regierungsaufgaben ausübte und Finanzmittel für Industrieprojekte freigab.

Zuletzt kursierten allerdings immer mehr Gerüchte über seinen Gesundheitszustand. Die Regierung in Caracas hatte stets betont, Chávez sei auf dem besten Wege der Genesung.

Vor zwei Tagen wurde in Venezuela und Kuba ein Video ausgestrahlt, das Chávez plaudernd mit Kubas Revolutionsführer Fidel Castro in einem Garten zeigte. Bis dahin hatte er sich nur einmal in einem Telefoninterview direkt zu Wort gemeldet.

Seit der Operation am 10. Juni war Chávez nicht mehr öffentlich aufgetreten. Einen für den 5. Juli in Venezuela geplanten Regionalgipfel sagte die Regierung ab.