Russland

Vater von Greenpeace-Aktivist Marco Weber freut sich über Freilassung

Eduard Weber zeigt sich erleichtert über die Freilassung seines Sohnes Marco Weber, der in Russland aufgrund einer Greenpeace-Aktion verhaftet wurde. Die russische Botschaft schickte dem Greenpeace-Aktivisten ein Buch in die Zelle.

Eduard Weber hat am Samstagabend zum ersten Mal nach dessen Freilassung mit seinem Sohn Marco telefoniert. «Ich bin erleichtert», sagte der 57-jährige der «Schweiz am Sonntag».

Für ihn ging damit eine unruhige Zeit zu Ende. Seit sein Sohn am 18. September von der russischen Küstenwache verhaftet worden war, lebte er mit der Ungewissheit, nicht zu wissen, wie es seinem Sohn geht.

«Hätte Marco zwei Wochen draussen übernachten müssen, hätte ich mir keine Sorgen gemacht. Aber dass man ihn, den Zimmermann, der gewohnt ist draussen zu arbeiten, einsperrt und isoliert, machte mir grosse Sorgen», sagte Vater Weber gestern - kurz nachdem er zum ersten Mal mit dem wieder freien Marco telefoniert hatte.

Hier verlässt Greenpeace-Aktivist Marco Weber das Gefängnis von St. Petersburg (Quelle: srf.ch)

Erstmals sprach Eduard Weber auch darüber wie er sich bei den russischen Behörden für seinen Sohn eingesetzt hat. Er meldete sich bei der russischen Botschaft in der Schweiz und wurde dort auch empfangen.

«Ich wollte meinen Respekt gegenüber dem russischen Volk ausdrücken und erklären, dass Marco nur die Umwelt schützen will», sagt Eduard Weber.

Er schrieb dem russischen Botschafter Alexander Golovin auch: «Mein Sohn ist nun lange in Russland und hat Zeit, sich mit der russischen Kultur auseinanderzusetzen. Könnten Sie ihm etwas Passendes zukommen lassen?»

Tatsächlich wurde seinem Sohn ein «sehr schöner Bildband mit russischen Landschaften» in die Zelle geliefert, wie Marco Weber seinem Vater gestern am Telefon bestätigte.

Wann sich die beiden wiedersehen, wissen sie noch nicht. Es ist ungewiss, ob Marco Weber überhaupt ausreisen darf.

Im Moment befindet er sich zusammen mit weiteren Aktivisten in einem Hotel in St. Petersburg.

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