Das ist passiert:

  • Die USA haben in der Nacht auf Freitag einen Flughafen der syrischen Armee beschossen.
  • Der Angriff ist eine Vergeltungsaktion für den Giftgasangriff in der Stadt Chan Scheichun mit 86 Toten.
  • US-Präsident Donald Trump hat den Luftschlag angeordnet. Er bezeichnete den Angriff als "grundlegend für die nationale Sicherheit" seines Landes.
  • Nach Angaben der syrischen Armee sind sechs Menschen getötet worden, darunter auch zwei Zivilisten. Der Luftwaffenstützpunkt sei schwer beschädigt worden.

Krise zwischen Washington und Moskau nach US-Angriff in Syrien

Ein US-Luftangriff auf Syrien hat die erste schwere Krise zwischen der neuen US-Regierung unter Donald Trump und Russland ausgelöst. Der russische Präsident Wladimir Putin verurteilte das Bombardement eines Luftwaffenstützpunktes am Freitag als Angriff auf die Souveränität Syriens. Der Präsident des Landes, Baschar al-Assad, nannte den Einsatz "rücksichtslos und unverantwortlich".

Trump hatte den Angriff als Reaktion auf einen mutmasslichen Chemiewaffeneinsatz syrischer Truppen angeordnet. Dabei waren am Dienstag nach neuesten UNO-Angaben mindestens 84 Menschen ums Leben gekommen und 546 verletzt worden.

Der US-Präsident begründete den Angriff mit der Wahrung nationaler Sicherheitsinteressen. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums feuerten Kriegsschiffe im Mittelmeer 59 Marschflugkörper des Typs Tomahawk auf die Basis bei Homs im Westen Syriens ab. Die syrische Regierung weist die Verantwortung für den Giftgas-Angriff zurück und gab - wie auch Russland - Rebellen die Schuld.

Russland ist der engste Verbündete Assads. Die US-Regierung vollzieht mit dem Angriff eine Kehrtwende in der Syrien-Politik. Noch vergangene Woche hatte US-Aussenminister Rex Tillerson während eines Besuches in der Türkei gesagt, Assads Schicksal werde vom syrischen Volk bestimmt.

Das wiederum war eine Abkehr von der Linie der Vorgängerregierung unter Barack Obama, die dem Präsidenten in Damaskus die Hauptverantwortung für den Konflikt in dem Bürgerkriegsland zuschob und auf seinen Sturz hinarbeitete.

Abschreckung vor Chemiewaffen-Einsätzen

Trump sagte am Rande eines Treffens mit dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping in Florida, von dem beschossenen Flugplatz sei vor wenigen Tagen der Angriff mit Giftgas auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Chan Scheichun südwestlich von Aleppo ausgegangen. Dies sei ein "barbarischer Akt" gewesen.

Das US-Verteidigungsministerium veröffentlichte Videomaterial, das den Abschuss der "Tomahawks" von US-Zerstörern zeigt. Die Marschflugkörper gelten als präzis. Die Luftangriffe hätten das Ziel gehabt, die syrische Regierung von weiteren Chemiewaffen-Einsätzen abzuschrecken.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte sich zuvor an einer Sondersitzung in New York zum wiederholten Mal nicht auf eine neue Syrien-Resolution verständigen können - einmal mehr hatte Russland sein Veto eingelegt.

Moskau: Beziehungen mit USA beschädigt

Russland verurteilte das amerikanische Vorgehen. "Dieser Schritt Washingtons fügt den russisch-amerikanischen Beziehungen, die sich ohnehin schon in einem elenden Zustand befinden, einen signifikanten Schaden zu", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

"Präsident Putin hält die amerikanischen Angriffe für eine Aggression gegen einen souveränen Staat, gegen das Völkerrecht, dazu noch mit einem erdachten Vorwand", sagte Peskow. Die syrische Armee habe keine Chemiewaffen mehr, das habe nach der Entwaffnung auch die zuständige UNO-Organisation bestätigt.

Russland ist der wichtigste Verbündete Syriens. Seit September 2015 fliegt die russische Luftwaffe in dem Land Angriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sowie gegen andere Rebellen, die mit den sunnitischen Extremisten verfeindet sind.

Russland vorab informiert

Der Kreml bestätigte, dass die USA Russland vorab über den Angriff informiert hätten. Auch die NATO und befreundete Staaten waren eingeweiht worden.

Assad sagte laut Mitteilung, die Bombardierung sei mit Kurzsichtigkeit sowie politischer und militärischer Blindheit für die Realität erfolgt. Die Aggression stärke nur die Entschlossenheit Syriens, die Aufständischen zu vernichten.

China rief alle Seiten dazu auf, nach einer politischen Lösung für den Konflikt zu suchen. Der Iran, ein Verbündeter Syriens, verurteilte den US-Luftangriff scharf.

Saudi-Arabien und Türkei begrüssen US-Angriff

Saudi-Arabien, Erzrivale des Irans in der Region, begrüsste ihn hingegen als "mutige Entscheidung" Trumps. Die Türkei, die seit langem eine Ablösung Assads fordert, nannte den Angriff eine "positive Antwort auf Kriegsverbrechen".

Nach syrischen Armeeangaben wurden bei dem US-Angriff mindestens sechs Menschen getötet, darunter drei Militärangehörige. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, auch neun Zivilisten seien ums Leben gekommen.

Der Gouverneur der Provinz Homs, Talal Barasi, sagte, der angegriffene Flugplatz in der Nähe des Ortes Al-Schairat sei stark zerstört worden. Aus syrischen Militärkreisen hiess es, zwölf Kampfjets und Helikopter, Treibstofflager sowie zwei Start- und Landebahnen seien getroffen worden. Laut dem russischen Aussenminister Sergej Lawrow gab es keine russischen Opfer.

Reaktionen auf den US-Vergeltungsschlag

«Präsident Putin hält die amerikanischen Angriffe für eine Aggression gegen einen souveränen Staat, gegen das Völkerrecht, dazu noch mit einem erdachten Vorwand», hiess es aus dem Kreml. Aussenminister Lawrow zog gar Parallelen zum Irak-Krieg: Es erinnere an 2003, als die USA «mit ihren Verbündeten in den Irak einmarschiert sind ohne Zustimmung des UNO-Sicherheitsrates».

Wladimir Putin

«Präsident Putin hält die amerikanischen Angriffe für eine Aggression gegen einen souveränen Staat, gegen das Völkerrecht, dazu noch mit einem erdachten Vorwand», hiess es aus dem Kreml. Aussenminister Lawrow zog gar Parallelen zum Irak-Krieg: Es erinnere an 2003, als die USA «mit ihren Verbündeten in den Irak einmarschiert sind ohne Zustimmung des UNO-Sicherheitsrates».

Das Büro von Syriens Machthaber Baschar al-Assad polterte am Freitag gegen den US-Angriff. «Dumm und unverantwortlich» sei dieser gewesen, liess die Machtzentrale in Damaskus verlauten. Die USA offenbarten so lediglich ihre «Kurzsichtigkeit und politische und militärische Blindheit für die Realität». Als «schändliche Tat», sei der Angriff auf den Flugplatz einzustufen.

Baschar al-Assad

Das Büro von Syriens Machthaber Baschar al-Assad polterte am Freitag gegen den US-Angriff. «Dumm und unverantwortlich» sei dieser gewesen, liess die Machtzentrale in Damaskus verlauten. Die USA offenbarten so lediglich ihre «Kurzsichtigkeit und politische und militärische Blindheit für die Realität». Als «schändliche Tat», sei der Angriff auf den Flugplatz einzustufen.

Mässigende Töne kamen aus China: Eine «erneute Verschlechterung» der Lage müsse dringend verhindert werden. Zwar lehne die chinesische Regierung den Einsatz von Chemiewaffen kategorisch ab. Dennoch verlangt China eine politische Lösung: «Wir fordern alle Seiten dazu auf, ruhig zu bleiben und die Probleme durch Dialog und politische Massnahmen zu lösen».

Xi Jinping

Mässigende Töne kamen aus China: Eine «erneute Verschlechterung» der Lage müsse dringend verhindert werden. Zwar lehne die chinesische Regierung den Einsatz von Chemiewaffen kategorisch ab. Dennoch verlangt China eine politische Lösung: «Wir fordern alle Seiten dazu auf, ruhig zu bleiben und die Probleme durch Dialog und politische Massnahmen zu lösen».

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande trage Assad die «alleinige Verantwortung für diese Entwicklung.» Dessen «wiederholter Einsatz von chemischen Waffen und seine Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung verlangten eine Sanktionierung», erklärten Merkel und Hollande am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung.

Angela Merkel

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande trage Assad die «alleinige Verantwortung für diese Entwicklung.» Dessen «wiederholter Einsatz von chemischen Waffen und seine Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung verlangten eine Sanktionierung», erklärten Merkel und Hollande am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung.

Ein Sprecher des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan nannte den US-Angriff «eine positive Antwort auf die Kriegsverbrechen des Assad-Regimes». Auch aus Saudi-Arabien kam Unterstützung: Die Aktion sei eine «mutige Entscheidung» gewesen. Der Angriff sei eine Antwort auf die Verbrechen des syrischen Regimes gegen sein Volk.

Recep Tayyip Erdogan

Ein Sprecher des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan nannte den US-Angriff «eine positive Antwort auf die Kriegsverbrechen des Assad-Regimes». Auch aus Saudi-Arabien kam Unterstützung: Die Aktion sei eine «mutige Entscheidung» gewesen. Der Angriff sei eine Antwort auf die Verbrechen des syrischen Regimes gegen sein Volk.

Rückendeckung erhielt US-Präsident Trump auch aus Grossbritannien. «Die britische Regierung unterstützt die US-Aktion uneingeschränkt. Sie war unserer Meinung nach eine angemessene Antwort auf die barbarische Attacke des syrischen Regimes mit chemischen Waffen. Sie zielt darauf ab, vor weiteren Angriffen (mit Chemiewaffen) abzuschrecken», hiess es in einer Mitteilung.

Theresa May

Rückendeckung erhielt US-Präsident Trump auch aus Grossbritannien. «Die britische Regierung unterstützt die US-Aktion uneingeschränkt. Sie war unserer Meinung nach eine angemessene Antwort auf die barbarische Attacke des syrischen Regimes mit chemischen Waffen. Sie zielt darauf ab, vor weiteren Angriffen (mit Chemiewaffen) abzuschrecken», hiess es in einer Mitteilung.

Nach Einschätzung von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg liegt die volle Verantwortung für den US-Angriff allein bei der syrischen Regierung. «Jeder Gebrauch von Chemiewaffen ist inakzeptabel und kann nicht unbeantwortet bleiben», sagte Stoltenberg. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Ähnlich tönte es aus Deutschland und aus Frankreich.

Jens Stoltenberg

Nach Einschätzung von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg liegt die volle Verantwortung für den US-Angriff allein bei der syrischen Regierung. «Jeder Gebrauch von Chemiewaffen ist inakzeptabel und kann nicht unbeantwortet bleiben», sagte Stoltenberg. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Ähnlich tönte es aus Deutschland und aus Frankreich.