Libanon

USA dringen nach Hariri-Rücktritt auf rasche Regierungsbildung

Libanesische Anti-Regierungsprotestler feiern in der Hauptstadt Beirut den Rücktritt von Ministerpräsident Saad Hariri.

Libanesische Anti-Regierungsprotestler feiern in der Hauptstadt Beirut den Rücktritt von Ministerpräsident Saad Hariri.

Die USA haben nach dem Rücktritt des libanesischen Ministerpräsidenten Saad Hariri eine rasche Regierungsbildung gefordert. US-Aussenminister Mike Pompeo erklärte, die politischen Verantwortlichen müssten «dringend» die Bildung einer neuen Regierung ermöglichen.

Es gehe darum, ein "stabiles, wohlhabendes und sicheres" Land aufzubauen, sagte Pompeo am Dienstag.

Der deutsche Aussenminister Heiko Maas warnte bei einem Besuch in Kairo vor einer "Destabilisierung" des Libanon. Die Zusammensetzung der libanesische Regierung sei für die Stabilität des Landes von "entscheidender Bedeutung". Im politischen System des Libanon sind die Spitzenposten unter den wichtigsten Religionsgruppen aufgeteilt.

Hariri war am Dienstag nach fast zweiwöchigen massiven Protesten mit seiner kompletten Regierung zurückgetreten. Die Proteste hatten sich am 17. Oktober an der Ankündigung der Regierung entzündet, WhatsApp-Anrufe zu besteuern. Inzwischen richten sie sich jedoch generell gegen Korruption, Misswirtschaft und die Eliten des Landes, denen es in den 30 Jahren seit Ende des Bürgerkriegs nicht gelungen ist, den Alltag der Menschen zu verbessern.

Pompeo erklärte am Dienstag, die Demonstranten hätten eine "klare Botschaft" gesandt. Die Menschen wollten eine effektiv arbeitende Regierung, Wirtschaftsreformen und ein Ende der Korruption.

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