Awlaki sei in einem Konvoi unterwegs gewesen, als dieser von einer Drohne der CIA und einem Kampfflugzeug angegriffen wurde, wie ein Beamter der US-Terrorabwehr am Freitag sagte. Die Terrororganisation Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP), zu der Awlaki gehörte, bleibt gemäss Experten aber eine der gefährlichsten Gruppierungen.

Zunächst hatte das jemenitische Verteidigungsministerium den Tod Awlakis verkündet. Gemäss einem Stammesvertreter wurde dieser in der östlichen jemenitischen Wüstenprovinz Marib an der Grenze zu Saudi-Arabien getötet. Die Gegend ist eine AQAP-Hochburg.

US-Kampfjets hätten die Region seit Tagen überflogen, sagte der Stammesvertreter. Awlaki sei sofort gestorben, als sein Pick-Up von einer Rakete getroffen worden sei.

Auch Kaida-Computerexperte getötet

Neben Awlaki sei auch ein zweiter US-Extremist, Samir Khan, getötet worden, teilte der Beamte der US-Terrorabwehr weiter mit. Der pakistanischstämmige Amerikaner soll ein Computerexperte der AQAP gewesen sein. Khan produzierte "Inspire", das englischsprachige Al-Kaida-Online-Magazin.

Nach Angaben der jemenitischen Regierung und der USA starben zudem zwei weitere Extremisten. Namen wurden nicht genannt. Arabische Medien berichteten, insgesamt seien zehn Begleiter Awlakis getötet worden.

Zur gezielten Tötung freigegeben

Die US-Regierung stufte Awlaki als einen der wichtigsten Al-Kaida-Führer ein. Anfang April 2010 gab sie ihn zur gezielten Tötung frei, nachdem er in Videobotschaften zur Gewalt gegen die USA und US-Bürger aufgerufen hatte.

Der Imam, der einen jemenitischen und einen US-Pass besass, soll mehrere Anschläge gegen die USA angestiftet haben. Er war nach Überzeugung der USA für die Auslandsoperationen der AQAP zuständig.

Unter anderem soll Awlaki mit dem palästinensischstämmigen US-Militärpsychiater Nidal Hasan in Verbindung gestanden haben, der 2009 im texanischen Fort Hood 13 Menschen erschoss.