Der Senator starb am Samstagnachmittag (Ortszeit) in Arizona im Kreise seiner Familie, hiess es in der Mitteilung. Er habe den Vereinigten Staaten 60 Jahre lang "treu gedient".

McCain litt an einem äusserst aggressiven Hirntumor. Seine Familie hatte am Freitag mitgeteilt, dass er sich entschlossen habe, die Behandlung gegen den Krebs einzustellen. Der Politiker hinterlässt seine Frau Cindy und sieben Kinder. Seine Frau schrieb am Freitag auf Twitter: "Ich liebe meinen Mann von ganzem Herzen. Gott segne jeden, der sich auf dieser Reise um meinen Mann gekümmert hat".

Profilierter Trump-Kritiker

McCain sass seit 1987 im US-Senat und hat sich im Laufe der Zeit den Ruf eines "Mavericks" erworben - eines Mannes, der der Parteiräson nicht immer folgt und auch unbequeme Meinungen vertritt. Er zählte zu den prominentesten Mitgliedern des US-Kongresses und hatte sich über die Parteigrenzen hinweg grosse Achtung erworben. 2008 trat er als Präsidentschaftskandidat der Republikaner an, verlor die Wahl aber gegen Barack Obama.

McCain stand Trump sehr kritisch gegenüber. Nach dessen Pressekonferenz mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin attestierte er ihm Mitte Juli etwa Inkompetenz.

Trump hatte sich bei Wahlkampfauftritten in den vergangenen Wochen immer wieder abfällig über den schwerkranken Senator geäussert - allerdings ohne ihn beim Namen zu nennen. Bei einer Rede in Florida etwa ahmte Trump nach, wie McCain im vergangenen Jahr gegen einen Gesetzentwurf seiner eigenen Partei gestimmt hatte, der die Krankenversicherung "Obamacare" in Teilen abgeschafft hätte. Diese Entscheidung des Senators missfiel Trump zutiefst.

In Vietnam gefoltert

Trump hatte McCain schon im Wahlkampf verspottet. Im Juli 2015 behauptete er, er sei kein Kriegsheld, weil er während des Vietnam-Krieges gefangen genommen worden sei. "Ich mag Leute, die nicht gefangen genommen worden sind", erklärte Trump damals.

McCain war als Pilot der US-Navy in Vietnam in Gefangenschaft geraten und von den Vietcong gefoltert worden. Als Politiker sprach er sich immer wieder gegen Folter aus. Er warb zudem dafür, dass das umstrittene Gefangenenlager Guantánamo geschlossen wird.

McCain litt an einem äusserst aggressiven Hirntumor. Ärzte hatten das Geschwulst im Juli 2017 entdeckt, als sich der Ex-Präsidentschaftskandidat wegen eines Blutgerinnsels über dem Auge einer Operation unterziehen musste.

Die Reaktionen

Die Tochter McCains, Meghan McCain, in einer Mitteilung:

"Alles, was mich ausmacht, habe ich ihm zu verdanken. Jetzt, da er weg ist, wird es die Aufgabe meines Lebens sein, seinem Beispiel, seinen Erwartungen und seiner Liebe gerecht zu werden."

Seine Frau Cindy McCain:

"Mein Herz ist gebrochen. (...). Er ist gegangen, wie er gelebt hat, zu seinen eigenen Bedingungen, umgeben von den Menschen, die er liebte, an dem Ort, den er am meisten liebte."

Der demokratische Ex-Präsident Barack Obama:

"Wenige von uns wurden so herausgefordert, wie John es einst wurde, oder mussten den Mut zeigen, den er gezeigt hat. Aber wir alle können den Mut haben, das Wohl der Allgemeinheit über unser eigenes zu stellen. John zeigte uns in seinen besten Zeiten, wie das geht. Und dafür stehen wir alle in seiner Schuld."

US-Präsident Donald Trump via Twitter:

"Mein tiefstes Mitgefühl und Respekt gehen an die Familie von Senator John McCain. Unsere Herzen und Gebete sind bei Euch!"

Der republikanische Ex-Präsident George W. Bush:

"Manche Menschenleben sind so strahlend, dass es schwerfällt sich vorzustellen, sie könnten enden. Einige Stimmen sind so kräftig, dass man nur schwer glauben kann, sie könnten verstummen. John McCain war ein Mann von tiefer Überzeugung und ein Patriot höchsten Ranges."

Der ehemalige US-Vize-Präsident und Demokrat Joe Biden: 

"John McCains Leben ist der Beweis, dass einige Wahrheiten zeitlos sind. Charakter, Mut, Integrität, Ehre. (...). Er hat nie die Sicht auf das verloren, an was er am meisten geglaubt habe: Zuerst das Land."

US-Verteidigungsminister James Mattis:

"Wir habe einen Mann verloren, der unerschütterlich die höchsten Ideale unseres Landes repräsentierte. (...). Senator McCain stellte den Dienst an der Nation immer vor sich selbst. Er erkannte, dass einflussreiche und leidenschaftliche Menschen dienen müssen, um unser Demokratie-Experiment lange andauern zu lassen."

Der demokratische Ex-Präsident Jimmy Carter:

"John McCain war ein ehrenwerter Mann, ein wahrer Patriot im besten Sinne des Wortes."

Die Republikanerin Sarah Palin auf Twitter. Sie trat 2008 als McCains Vizekandidatin an: 

"Heute haben wir ein amerikanisches Original verloren. Senator John McCain war ein Maverick und ein Kämpfer, der nie Angst hatte, für seine Überzeugungen einzustehen."

Kanadas Premierminister Justin Trudeau:

Es sei "eine Inspiration für Millionen" gewesen, dass McCain sein gesamtes Leben dem öffentlichen Dienst gewidmet habe.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu:

Netanjahu würdigte McCain als "grossen amerikanischen Patrioten", dessen "Unterstützung für Israel nie ins Wanken geriet".

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg:

Stoltenberg erklärte, der US-Politiker werde als überzeugter Transatlantiker in Erinnerung bleiben.

Verstorbene Prominente im 2018: