Tropensturm

US-Ostküste kehrt nach «Irene» zum Alltag zurück und Kanada zittert

Der Tropensturm «Irene» hat an der US-Ostküste seine Spuren hinterlassen. Eine Katastrophe blieb zwar aus, aber überflutete Strassen, entwurzelte Bäume und Stromausfälle schränken das Leben von Millionen Amerikanern weiter ein. Unterdessen wütet «Irene» in Kanada.

In den kanadischen Provinzen Quebec und New Brunswick waren am Montag mehr als 250'000 Menschen ohne Strom, wie örtliche Medien berichteten. Auch die zweitgrösste Stadt des Landes, Montreal, lag zeitweise im Dunkeln; der Flugverkehr wurde teilweise eingestellt.

In der östlichen Provinz Nova Scotia riet der Katastrophenschutz den Menschen, sich gut vorzubereiten und Lebensmittel für drei Tage bereit zu halten. Irene blies allerdings nur noch mit Windspitzen von 85 Kilometern pro Stunde über den Osten Kanadas.

Der Sturm wurde vom Nationalen Hurrikanzentrum der USA deshalb erneut herabgestuft und war letztlich nicht so gefährlich wie von Experten vorausgesagt. Das Hurrikanzentrum warnt jedoch schon vor einem neuen Tropensturm. "José" bewege sich auf die Bahamas zu.

Grosse Zerstörungskraft

"Irene" mit dem enormen Durchmesser von rund 840 Kilometern fegte über das Wochenende die US-Ostküste Richtung Norden. Am Samstag blies der Wind mit bis zu 140 Stundenkilometern und am Sonntag mit Spitzen von bis zu 130 Stundenkilometern.

Vor seinem Eintreffen in New York war der Hurrikan zum Tropensturm herabgestuft worden. Bei seinem 1800 Kilometer langen Zug zeigte er dennoch erhebliche Zerstörungskraft mit entwurzelten Bäumen, umgestürzten Strommasten und herumgewirbelten Trümmerteilen.

Tausende Strassen waren am Montag noch überschwemmt, Millionen Haushalte weiter ohne Strom. Bei den gewaltigen Unwettern in mehr als zehn Staaten kamen über 30 Menschen ums Leben, die Zahlen variieren je nach Quelle. Die meisten Menschen starben in den Bundesstaaten North Carolina und im benachbarten Virginia. In der gesamten Region waren zeitweise mehr vier bis fünf Millionen Menschen ohne Strom.

Grosses Aufräumen

New York kam glimpflich davon. Geschäfte und Museen sollten am Montag wieder öffnen. Die wegen des Sturmes für zwei Tage geschlossenen Flughäfen öffneten ebenfalls wieder. Auch der komplett gestoppte öffentliche Nahverkehr nahm langsam den Betrieb wieder auf.

Die Versicherungen könnten nach aktuellen Schätzungen mit einem blauen Auge davonkommen: Experten schätzen die versicherten Schäden auf 2,6 bis 7 Milliarden Dollar. Die Gesamtschadenssumme an der US-Ostküste könnte aber bei bis zu 20 Milliarden Dollar liegen.

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