Afghanistan

US-Luftangriffe auf Taliban und IS sind massiv gestiegen

Die USA haben bis Mitte 2017 schon über 1600 Bomben über Afghanistan abgeworfen. (Symbolbild)

Die USA haben bis Mitte 2017 schon über 1600 Bomben über Afghanistan abgeworfen. (Symbolbild)

US-Luftangriffe in Afghanistan auf radikalislamische Taliban und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nehmen weiter rasant zu. Am Dienstag veröffentlichte Zahlen der Luftwaffe zur Jahresmitte übertrafen bereits die aus dem ganzen vergangenen Jahr.

Das US-Militär zählt für diese Statistik "abgefeuerte Geschosse" und nicht Flüge. Demnach hatten Piloten bis zum 30. Juni 1634 Raketen oder Bomben abgeworfen. Im gesamten Jahr 2016 waren es 1337.

Damit ist die Intensität der Luftschläge wieder auf dem Niveau von 2012 angekommen, als noch knapp 80'000 US-Soldaten im Land waren, die landesweit gegen die Taliban kämpften. Damals hatte die US-Luftwaffe bis zur Jahresmitte ungefähr die gleiche Menge an Munition für Luftangriffe gebraucht wie heute.

Nicht enthalten sind die Zahlen zur afghanischen Luftwaffe, die noch im Aufbau begriffen ist, aber auch schon fliegt und schiesst.

Letztes Mittel im Kampf

Angesichts der Landgewinne der Taliban und der Erschöpfung der afghanischen Bodentruppen sehen Militärs die Luftangriffe oft als letztes Mittel, die Taliban zurückzutreiben. Während die NATO Luftschläge mit dem Ende ihrer Kampfmission 2014 gestoppt hatte, gewähren die USA den Afghanen weiterhin Luftunterstützung.

Gleichzeitig häufen sich die zivilen Opfer. Im am Montag veröffentlichten Halbjahresbericht der UNO zu den zivilen Opfern des Krieges heisst es, die Zahl der durch Luftangriffe getöteten und verletzten Zivilisten sei im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 um 43 Prozent angestiegen - auf 232 Tote und Verletzte. US-Luftangriffe waren für 37 Prozent der Opfer verantwortlich, die afghanische Luftwaffe für 48 Prozent.

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