"Die USA sind bereit, den afghanisch-geführten Versöhnungsprozess zur Beendigung des Konflikts auf jede mögliche Weise zu unterstützen", erklärte Grossman. Er war von US-Aussenministerin Hillary Clinton entsandt worden, um mit Karsai über die Eröffnung einer Vertretung der Taliban in Katar zu sprechen.

Berichten zufolge, ist Karsai besorgt, bei Gesprächen zwischen den USA und den Taliban in Katar übergangen zu werden. Clinton betonte jedoch, sie habe Karsai versichert, dass der Prozess unter seiner Führung stattfinden werde.

Die Taliban hatte sich kürzlich bereit erklärt, eine dauerhafte Vertretung in dem Golfemirat zu eröffnen. Eigentlich hatte Grossman neben Kabul auch Islamabad besuchen wollen, doch wegen der aktuell angespannten Beziehungen mit der pakistanischen Regierung kam der Besuch nicht zustande.

Französischer Verteidigunsminister in Kabul

Unterdessen traf der französische Verteidigungsminister Gérard Longuet in Kabul ein. Präsident Nicolas Sarkozy hatte ihn nach dem Angriff eines afghanischen Soldaten entsandt, bei dem am Freitag vier unbewaffnete französische Soldaten in der östlichen Provinz Kapisa getötet worden waren.

Longuet soll Karsai sowie dessen Innen- und Verteidigungsminister treffen. Gemeinsam mit dem französischen Generalstabschef Admiral Edouard Guillaud soll er prüfen, ob die Ausbildung afghanischer Soldaten fortgeführt wird.

Sarkozy hatte nach dem tödlichen Angriff die Zusammenarbeit mit der afghanischen Armee vorerst eingestellt. Zudem schloss er einen vorzeitigen Abzug der derzeit 3600 französischen Soldaten aus Afghanistan nicht aus.

Eigentlich sollte der Abzug Anfang 2014 abgeschlossen sein. Longuet traf bei seiner Ankunft in Kabul auch 12 der 15 bei dem Angriff verwundeten Soldaten. Ein französischer Militärarzt sagte, einige von ihnen seien in lebensbedrohlichem Zustand und einer könnte bald sterben.