Eine Kaution von insgesamt sechs Millionen Dollar soll rückerstattet werden. Seinen Reisepass erhält Strauss-Kahn vorerst nicht zurück. Dass es einen sexuellen Kontakt zwischen dem Zimmermädchen und Strauss-Kahn gab, wird nach der Spurenlage nicht angezweifelt.

Mit einem Lächeln verliess der 62-jährige frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) das Gerichtsgebäude. Sein Anwalt erklärte, sein Mandant sei unschuldig. Er werde die Abweisung aller Klagepunkte verlangen.

Strauss-Kahn lebte unter scharfem Hausarrest mit elektronischer Fussfessel, Überwachungskameras und einem bewaffnetem Wachmann. Das soll ihn jeden Monat 250'000 Dollar kosten. Der Franzose hatte zunächst einige Tage auf der Gefängnisinsel Rikers Island in Einzelhaft gesessen, bevor er in den Hausarrest entlassen wurde.

Zweifel an Glaubwürdigkeit

Bei der Gerichtsanhörung hiess es, es seien Zweifel an der Glaubwürdigkeit des 32-jährigen Zimmermädchens aufgekommen. Strauss-Kahn habe seine Bereitschaft erklärt, jederzeit vor Gericht zu erscheinen, etwa für eine am 18. Juli vorgesehene weitere Anhörung.

Anschliessend verfügte Richter Michael Obus, den Franzosen auf freien Fuss zu setzen. Die Staatsanwaltschaft hatte die Vorwürfe der versuchten Vergewaltigung bislang auf die Aussage der Hotelangestellten gestützt.

Ankläger: Das ist eine Lüge!

Der Anwalt des mutmasslichen Opfers erklärte, die einzige Verteidigungslinie Strauss-Kahns sei, dass es einvernehmlichen Sex mit seiner Mandantin gegeben habe. "Das ist eine Lüge", fügte der Anwalt hinzu.

Die die "New York Times" unter Berufung auf den Ermittlungen nahestehende Kreise berichtete, log das Zimmermädchen mehrfach. Dem Bericht zufolge gibt es etwa Zweifel an ihrem Asylantrag.

Das angebliche Opfer soll zudem einen Tag nach der Begegnung mit Strauss-Kahn mit einem inhaftierten Mann telefoniert und dabei über die Vorteile einer Klage gegen den damaligen IWF-Chef gesprochen haben.