Die Sendungen seien vor ihrem Eintreffen am Zielort Chicago beschlagnahmt worden. Unter anderem seien Bücher und Dokumente, aber kein Sprengstoff, sichergestellt worden, die aus heutiger Sicht vermutlich von Al-Kaida stammten. Offenbar habe die Gruppe damit die Möglichkeiten für einen Anschlag durch Luftfracht testen wollen, sagte die Gewährsperson.

Die in der vergangenen Woche beschlagnahmten Paketbomben waren offenbar im Jemen in die Luftpost gegeben worden. Eine wurde unbemerkt in Köln-Bonn umgeladen und erst in England nach einem Hinweis saudi-arabischer Behörden angefangen worden. Sie hatten den US-Behörden die Frachtbriefnummern der verdächtigen Pakete übermittelt. Die andere Sendung wurde in Dubai sichergestellt.

Grosse Lücken bei den Kontrollen

Der Weltluftfahrtverband IATA hat unterdessen grosse Lücken im internationalen Luftfrachtverkehr beim Schutz vor Terroranschlägen beklagt. "Ganze Paletten oder Container können bis heute nicht in einem Arbeitsgang gescannt werden", sagte IATA-Präsident Giovanni Bisignani am Dienstag auf einer Sicherheits-Fachkonferenz in Frankfurt.

Entsprechende technische Verfahren könnten zügig realisiert werden, nötig sei dazu aber der Druck von Regierungen und nationalen Luftfahrtbehörden. Heikelster Punkt im Frachtverkehr sei der Weg des Stückguts vom Versender zum Flughafen.

Der Leiter der Verkehrssicherheitsbehörde der USA, John Pistole, der ebenfalls an der Tagung teilnahm, betonte, es müsse gewährleistet werden, dass die Bedürfnisse eines sicheren Luftfrachtverkehrs nicht mit dem freien Welthandel kollidierten. "Der freie Fluss des Welthandels ist ein Schlüssel zur wirtschaftlichen Erholung", sagte Pistole.