Coronavirus - weltweit

US-Forscher melden mehr als 300'000 Coronavirus-Fälle

In Madrid reinigen Armeeangehörige Metrostationen.

In Madrid reinigen Armeeangehörige Metrostationen.

Weltweit haben sich nach Angaben von US-Experten schon mehr als 300'000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Fast 13'000 Menschen seien an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, melden die Wissenschaftler der US-Universität Johns Hopkins.

Insgesamt gab es gemäss den Angaben bis Samstagabend (Ortszeit) mehr als 303'000 mit dem Coronavirus Infizierte. Zwei Drittel der gemeldeten Covid-19-Fälle entfielen demnach auf nur sechs Länder: China, Italien, Spanien, die USA, Deutschland und den Iran.

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat Italien an nur einem Tag fast 800 Tote vermeldet. Bis Samstag starben 4825 Menschen, teilte der Zivilschutz in Rom mit. Besonders stark betroffen ist die nördliche Region Lombardei.

Das sind 793 mehr als am Vortag und so viele wie bisher an keinem anderen Tag seit dem Ausbruch in dem Land Ende Februar. Italien ist das Land mit den meisten offiziell gemeldeten Toten wegen des Coronavirus auf der Welt.

Insgesamt stieg die Zahl der Infizierten auf 53'578 Menschen. Im ganzen Land wurden am Samstag die Kontrollen verschärft, um Verstösse gegen die Quarantäne-Regeln zu vermeiden.

Zivilschutzchef Angelo Borrelli betonte in Rom, dass bei den Verstorbenen die Todesursache nicht abschliessend geklärt sei: Also ob die Menschen nur an Covid-19 starben oder ob der Grund eine andere Krankheit war.

Die allermeisten Opfer sind über 70 Jahre alt, viele litten an einer oder mehreren Krankheiten, zum Beispiel an Diabetes, Krebs oder Atemwegsproblemen. Allerdings warnen Experten auch, dass die Krankheit bei jüngeren Menschen einen schweren Verlauf nehmen kann.

Russland schickt derweil medizinische und personelle Hilfe im Kampf gegen das Coronavirus, wie der Kreml mitteilte. Auf Bitten Italiens sollen unter anderem Schutzausrüstungen, mobile Versorgungsstationen und Mittel für eine grossflächige Desinfektion von Verkehrsmitteln und Gebieten bereitgestellt werden.

Öffentliches Leben weiter eingeschränkt

Das Coronavirus hat mittlerweile praktisch alle Regionen der Welt in Griff. Vielerorts wurde das öffentliche Leben am Wochenende weiter eingeschränkt, um die Ausbreitung von Sars-CoV-2 zu verlangsamen. In Staaten rund um den Globus wächst die Befürchtung, dass das eigene Gesundheitssystem mit einer plötzlichen Vielzahl an Schwerkranken schnell an seine Grenzen geraten könnte.

In Spanien steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle ebenfalls weiter an. Fast 25'000 Infizierte meldete das Gesundheitsministerium - 5000 mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten kletterte um ein Drittel auf mehr als 1300. Besonders heftig betroffen ist die Region Madrid.

In England erhöhte sich die Zahl der Toten durch das Coronavirus binnen 24 Stunden um 53 auf 220. In Frankreich stieg die Zahl der Coronavirus-Toten um 112 auf 562 an. Nach Zahlen vom Samstag sind 14'459 Menschen infiziert, 1847 mehr als am Vortag. In Deutschland gibt es bisher insgesamt rund 70 Tote bei über 21'000 Infizierten.

Verlangsamung in Österreich

Die Verbreitung des Coronavirus verlangsamt sich in Österreich derzeit. Der Anstieg von 2203 auf 2664 Fälle im Zeitraum von 24 Stunden bis Samstag bedeutet eine Zuwachsrate von rund 21 Prozent. Am Samstag vergangener Woche waren es beispielsweise noch über 40 Prozent. Acht Menschen starben bisher an der Lungenkrankheit.

Im ebenfalls schwer mitgenommenen Iran stieg die Bilanz auf 1556 Tote an. Aus Finnland und Litauen wurden die ersten Toten im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.

In den USA ist die Zahl bekannter Erkrankungen innerhalb einer Woche um mehr als das Zehnfache in die Höhe geschnellt. Inzwischen gibt es dort Johns Hopkins zufolge mehr als 24'000 Fälle.

In Afrika, wochenlang ein grösstenteils weisser Fleck auf der Infektions-Weltkarte, wurden nunmehr in 38 Ländern Fälle von Sars-CoV-2 nachgewiesen.

China - als Ausgangsort des Virus auch das bislang mit mehr als 81'000 Fällen am stärksten betroffene Land - meldete den dritten Tag in Folge keine neuen Infizierungen, die im Inland übertragen worden seien. Allerdings gibt es laut der Gesundheitskommission 41 neue "importierte" Fälle, also aus dem Ausland zurückgekehrte Reisende.

Nach Angaben der US-amerikanischen Johns Hopkins University, die die von den Regierungen gemeldeten Coronavirus-Daten sammelt, lag die Zahl der weltweit Infizierten am Samstag bei 286'816. An der vom Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 starben demnach bisher knapp 12'000 Menschen.

EU-Kommission drängt zu Massnahmen

Die EU-Kommission drängt derweil die Mitgliedsländer zu drastischen Massnahmen im Kampf gegen das neuartige Coronavirus. "Es ist lebenswichtig, dass die Massnahmen, um soziale Distanz durchzusetzen, früh, entschieden und schnell umgesetzt werden", sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides der "Welt am Sonntag". Nur so lasse sich die Ausbreitung des Virus verlangsamen und der Druck auf die Gesundheitssysteme reduzieren.

Zugleich rief die EU-Kommissarin die Mitgliedstaaten zu einer besseren Zusammenarbeit in der Krise auf. Die Kommissarin weiss nach eigenen Angaben, "wie schwierig es für Regierungen ist, so weitreichende Entscheidungen für Millionen Menschen zu treffen, deren tägliches Leben und deren Wirtschaft davon beeinflusst wird".

An den Grenzübergängen verbesserte sich die Situation europaweit, nachdem Grenzschliessungen infolge der Corona-Krise riesige Staus im Reise- und Güterverkehr verursacht hatten. "An einigen Grenzen gibt es aber immer noch Probleme", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel. Die EU verfolge die Entwicklung auch anhand von Satellitenbildern. Von der Leyen warnte, dass Lastzüge mit wichtiger und verderblicher Fracht feststeckten.

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