Die Anklage begründete ihre Forderung damit, dass Khadr das Verbrechen eines Erwachsenen begangenen habe und alt genug gewesen sei, den Unterschied zwischen richtig und falsch zu kennen.

Khadr hatte sich am Montag in allen Anklagepunkten schuldig bekannt. Medienberichten zufolge war sein Schuldbekenntnis Teil einer strafmildernden Vereinbarung mit den US-Behörden.

Demnach muss Khadr acht weitere Jahre in Haft verbringen, die letzten sieben davon in einem kanadischen Gefängnis, wenn das Militärtribunal nicht eine kürzere Haftstrafe verhängt.

Khadr ist des Mordes an einem US-Soldaten in Afghanistan im Juli 2002 sowie Verschwörung, Spionage und der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung angeklagt und ist seit acht Jahren in dem Gefangenenlager Guantanamo inhaftiert.

Das Verfahren rief nicht nur wegen Khadrs jugendlichem Alter Kritik hervor. US-Agenten und Verhörbeamte des Militärs hatten zugegeben, Druck auf Khadr ausgeübt zu haben.

Khadrs Verteidiger wiesen zudem darauf hin, dass ihr Mandant von Erwachsenen zu den Taten gedrängt worden sei. Khadrs Vater war angeblich Mitglied des Terrornetzwerks El Kaida, er wurde im Jahr 2003 in Afghanistan getötet.