Das Verteidigungsministerium soll die Skulptur innerhalb von 90 Tagen zu Geld machen und die Hälfte der Einnahmen den Unterzeichnern des Bergungsvertrags überlassen, wie die Zeitung "El País" am Freitag (Ortszeit) berichtete. Die uruguayische Regierung kann gegen die Entscheidung noch Berufung einlegen.

Das Panzerschiff war 1939 vor Uruguay im Río de la Plata gesunken. Schwer beschädigt von britischen Kriegsschiffen hatte Kapitän Hans Langsdorff vor 80 Jahren angeordnet, die "Admiral Graf Spee" zu versenken, damit die moderne Marinetechnik nicht dem Feind in die Hände falle.

Die Matrosen setzten zuvor nach Argentinien über - viele blieben dort und gründeten Familien. Kapitän Langsdorff nahm sich das Leben.

Der 2,80 Meter hohe und 350 Kilogramm schwere Reichsadler vom Heck des Schiffes war 2006 von dem Unternehmer Alfredo Etchegaray geborgen worden. Er begrüsste die Gerichtsentscheidung. Die Regierung solle das Urteil annehmen und ihren Teil des Erlöses in das Bildungswesen oder die Marine des südamerikanischen Landes investieren, sagte er im Radiosender Uruguay.

Die deutsche Regierung hatte einen Verkauf des Adlers auf dem freien Markt stets zu verhindern versucht. Sie will nicht, dass die Bronzeskulptur für die Verherrlichung der NS-Herrschaft missbraucht wird. Berlin würde den Reichsadler am liebsten in einem Museum sehen.