Kriegsverbrecher

UNO zieht Aufenthalt von Mladic ausserhalb Serbiens in Betracht

Die Suche nach Ratko Mladic stagniert seit Jahren.

Die Suche nach Ratko Mladic stagniert seit Jahren.

Die UNO hat erstmals eingeräumt, der wegen Kriegsverbrechen gesuchte Ratko Mladic könnte sich ausserhalb Serbiens aufhalten. Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Serge Brammertz, hielt dennoch daran fest, dass die serbischen Behörden weiterhin für die Festnahme Mladics verantwortlich seien.

Der Schlüssel zur Ergreifung des bosnisch-serbischen Befehlshabers läge in Belgrad, die Suche ginge aber über Serbien hinaus, räumte Brammertz am Montag vor Journalisten in Belgrad ein. Zuvor hatte der Chefankläger den serbischen Staatsanwalt für Kriegsverbrechen, Vladimir Vucevic, getroffen.

Brammertz wird im kommenden Monat dem UNO-Sicherheitsrat berichten, wie ernst es den Serben mit der Festnahme Mladics ist. Der Grad der Kooperation der Serben mit dem UNO-Strafgerichtshof in Den Haag gilt als ausschlaggebend für eine eventuelle Aufnahme Serbiens in die EU.

Erst vor kurzem hatte der Ankläger Serbien scharf verurteilt. Er vermutet, Mladic, zusammen mit einem weiteren Gesuchten, Goran Hadzic, sei in Reichweite serbischer Behörden. Diese bestreiten das vehement.

Der serbische Ministerpräsident Mirko Cvetkovic sagte nach einem Treffen mit Brammertz, seine Regierung scheue keine Mühen, die Flüchtigen zu fassen. Ein mutmasslicher früherer Gefolgsmann von Mladic hatte vor kurzem in einer Belgrader Tageszeitung die Vermutungen geäussert, Mladic halte sich in Russland auf.

Mladic wird wegen seiner Beteiligung an der Ermordung von etwa 8000 muslimischen Bosniern 1995 in Srebrenica während des Jugoslawischen Bürgerkrieges 1992-1995 gesucht. Zusammen mit dem drei Jahre andauernden Beschuss von Sarajevo gilt Srebrenica als schlimmster Fall von Kriegsverbrechen in Europa seit Ende des Zweiten Weltkrieges.

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