Zuvor hatte er Flüchtlingslager in der Stadt Cox's Bazar in Bangladesch besucht. Inzwischen werde versucht, die Rohingya auszuhungern und somit aus Myanmar zu vertreiben. "Die Art der Gewalt hat sich verändert, vom wilden Blutvergiessen und von den Massenvergewaltigungen im vergangenen Jahr zu einer Kampagne von niedrigerer Intensität des Terrors und des Aushungerns."

Eine sichere, würdevolle und nachhaltige Rückkehr geflohener Rohingya aus Bangladesch sei unter den derzeitigen Umständen "unmöglich" und "unvorstellbar", bekräftigte Gilmour. "Die Regierung von Myanmar erzählt der Welt, dass sie bereit ist, Rohingya-Rückkehrer zu empfangen, während ihre Truppen sie (die Rohingya) weiterhin nach Bangladesch treibt."

Die muslimischen Rohingya werden im mehrheitlich buddhistischen Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Ende August eskalierte der Konflikt, als Rohingya-Rebellen bei Angriffen rund ein Dutzend Sicherheitskräfte tötete. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt und zerstörte zahlreiche Rohingya-Dörfer, Flüchtlinge berichten von Ermordungen und Vergewaltigungen.

Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wurden allein im ersten Monat der Gewalt 6700 Rohingya getötet. Rund 700'000 Angehörige der Minderheit sind seit August nach Bangladesch geflohen.

Bangladesch und Myanmar hatten sich Mitte Januar darauf verständigt, die Flüchtlinge innerhalb der nächsten zwei Jahre zurückzuführen. Die Regierung Myanmars hatte zuletzt erklärt, Gebiete für die Rückkehr von Flüchtlingen vorzubereiten. In Myanmar wurden Flüchtlingslager eingerichtet. Die Menschen sollten aber in ihre Heimatorte zurückkehren, erklärte die Regierung.