Entwicklungshilfe

UNO will viel mehr Mittel für Hilfe von Katastrophenopfern

7,4 Mrd. Dollar will UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos für 2011 zusammenbringen

7,4 Mrd. Dollar will UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos für 2011 zusammenbringen

Um weltweit 50 Millionen Opfern von Naturkatastrophen oder Hungersnöten zu helfen, benötigen die Vereinten Nationen im nächsten Jahr die Rekordsumme von 7,4 Milliarden Dollar. Das teilte die UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos am Dienstag in Genf mit.

In diesem Jahr lag der Bedarf bei etwa 6,6 Milliarden Dollar. Allerdings überwiesen die UNO-Mitgliedstaaten nur 59 Prozent dieser Summe.

Es gehe darum, dass den von Katastrophen und Konflikten betroffenen Menschen schnell geholfen werden könne, sagte die Koordinatorin, die direkt UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon unterstellt ist. Insgesamt gebe es 425 von Hilfsorganisationen betreute Projekte, darunter die Erdbeben- und Flutkatastrophen in Haiti und Pakistan.

Noch nie haben die Vereinten Nationen von der internationalen Gemeinschaft so viel Geld verlangt, seit sie 1991 das System der jährlichen Appelle eingerichtet haben. Bei ihren Spenden sagen die UNO-Mitgliedstaaten nach Angaben von Amos in der Regel, wie und wo es eingesetzt werden soll.

"Vergessene Katastrophen" nicht übersehen

"Ich weiss, dass viele Länder hart daran gearbeitet haben, auch in der Finanzkrise ihren Verpflichtungen nachzukommen", sagte Amos. "Unsere Arbeit rettet Leben." Sie rief aber auch dazu auf, die sogenannten "vergessenen Katastrophen", etwa die Überschwemmungen in Westafrika, nicht zu übersehen.

Amos zufolge gingen die Hilfsanforderungen für afrikanische Staaten wie Somalia, Niger und Simbabwe leicht zurück, weil dort zum Beispiel die Ernten besser ausfielen. Andere Regionen zeigten jedoch, wie problematisch Wetterschwankungen seien. Dort komme es dann zu Hungersnöten.

Für die grössten Katastrophen im laufenden Jahr wurden gezielt 13 Milliarden Dollar bereitgestellt - von Staaten und Privatleuten. Dies sei ebenfalls eine Rekordsumme, stellte Amos fest. Allein Haiti bekam von 124 UNO-Mitgliedsstaaten Unterstützung.

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