Südsudan

UNO warnt vor Versorgungskrise im Südsudan

Geflohene Mütter und Kinder in einem UNICEF-Zelt im Südsudan

Geflohene Mütter und Kinder in einem UNICEF-Zelt im Südsudan

Infolge des Bürgerkriegs im Südsudan droht dort laut den Vereinten Nationen einen schwere Nahrungsmittelkrise. Das UNO-Büro zur Koordinierung Humanitärer Angelegenheiten (OCHA) geht davon aus, dass fünf Millionen Menschen auf Unterstützung angewiesen sind.

"Wir benutzen noch nicht das Wort Hungersnot, doch ist dies, was Millionen verletzlicher Menschen droht", sagte OCHA-Leiter John Ging am Dienstag nach einem Besuch des Landes. UNO-Organisationen hätten jedoch Probleme, rechtzeitig vor Beginn der Regenzeit die notwendigen Lagerbestände aufzubauen.

Da durch den Regen die Strassen noch schwerer passierbar werden, müssen die Hilfsorganisationen Güter auf dem kostspieligeren Luftweg ausliefern. Durch den Mitte Dezember eskalierten Konflikt zwischen Präsident Salva Kiir und seinem früheren Stellvertreter Riek Machar wurden 700'000 Menschen zum Verlassen ihrer Häuser gezwungen.

Weitere 250'000 Menschen flohen in die Nachbarländer Uganda, Äthiopien, Kenia und Sudan. Laut Ging hat sich auch im Sudan, insbesondere in der Krisenregion Darfur, die humanitäre Situation deutlich verschlechtert.

Der OCHA-Chef kritisierte, dass die Hilfsaufrufe für den Sudan und den Südsudan bisher nur auf geringe Resonanz gestossen sind. So seien von den geforderten 995 Millionen Dollar für den Sudan dieses Jahr bisher erst 54 Millionen eingegangen.

Für den Südsudan wurde der Hilfsbedarf auf 1,3 Milliarden Dollar beziffert, doch sei diese Summe bisher nur zu 24 Prozent gedeckt. Ging kritisierte auch, dass die Kriegsparteien im Südsudan keinen Respekt für die Hilfsorganisationen zeigten und wiederholt Konvois angegriffen und Lager geplündert hätten.

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