Um Kriege zu vermeiden und die Welt sicherer zu machen, müssten sich die Staaten für ein reformiertes und gestärktes multilaterales System einsetzen, forderte Guterres zum Auftakt der einwöchigen Debatte von Staats- und Regierungschefs sowie Aussenministern.

"Heute ist die Weltordnung zunehmend chaotisch, die Machtverhältnisse sind weniger klar", sagte der Uno-Generalsekretär. "Universelle Werte werden untergraben. Demokratische Grundsätze sind unter Druck."

Die Welt brauche ein "erneuertes Bekenntnis" zu einer auf Regeln basierenden Weltordnung, in deren Zentrum die Vereinten Nationen stünden, sagte Guterres. Er beklagte, dass das Vertrauen unter den Staaten sowie zugleich das Vertrauen der Bürger in ihre Regierungen abgenommen habe. Die Polarisierungen nähmen zu, und der "Populismus ist auf dem Vormarsch".

Dabei stehe der Multilateralismus gerade in einer Zeit "unter Feuer", in der er besonders benötigt werde, beklagte Guterres. Als zentrale Herausforderungen für die Weltgemeinschaft nannte er unter anderem die Bürgerkriege in Syrien und im Jemen, den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern sowie die Not der muslimischen Rohingya-Minderheit aus Myanmar.