Insgesamt 373 Naturkatastrophen hatten den Menschen im letzten Jahr weltweit zu schaffen gemacht, wie das UNO-Zentrum für Seuchen- und Katastrophenforschung (CRED) am Montag in Genf mitteilte.

Am meisten Todesopfer waren bei dem verheerenden Erdbeben am 12. Januar in Haiti zu beklagen. Allein bei dieser Naturkatastrophe kamen nach offiziellen Angaben mindestens 222'000 Menschen ums Leben.

Der Hitzewelle in Russland im vergangenen Sommer rechnet das CRED mindestens 55'000 Tote zu. Vor allem ältere und kranke Leute waren den Temperaturen von bis zu 40 Grad und der Luftverschmutzung durch Waldbrände in der Nähe der Hauptstadt Moskau zum Opfer gefallen.

Starke Niederschläge forderten in Pakistan und China tausende Todesopfer. Fast 2000 Pakistanerinnen und Pakistaner starben im August bei den schweren Überschwemmungen in ihrem Land. In China kamen im selben Monat bei Erdrutschen rund 3300 Menschen ums Leben. Bei weiteren starken Erdbeben starben in China im April knapp 3000 Menschen und in Indonesien im Oktober 530.

Wirtschaftliche Verluste tiefer als 2005

Die wirtschaftlichen Verluste als Folge der Naturkatastrophen beliefen sich laut dem CRED im vergangenen Jahr auf 110 Milliarden Dollar. Damit lagen sie unter denjenigen früherer schwerwiegender Katastrophenjahre.

So waren 2005, als vor allem die Hurrikane Katrina, Rita und Wilma für Verwüstungen sorgten, 139 Milliarden an Verlusten verzeichnet worden. 2008 beliefen sich die Verluste auf rund 200 Milliarden Dollar, davon 86 Milliarden wegen des Erdbebens im chinesischen Sezuan.

Im vergangenen Jahr wurden mit 30 Milliarden Dollar die meisten Schäden bei dem Erdbeben in Chile verzeichnet, gefolgt von den Erdrutschen in China mit 18 Milliarden Dollar.

Die wirtschaftlichen Verluste der Überschwemmungen in Pakistan, die 178 Millionen Menschen in die Flucht trieben, werden auf 9,5 Milliarden Dollar geschätzt. Das Erdbeben in Haiti entstanden Schäden in der Höhe von acht Milliarden Dollar.