Israel und Palästinenservertreter hätten beschlossen, zu einer Waffenruhe zurückzukehren, erklärte Chalil al-Haja, Hamas-Vize in Gaza, am Mittwoch. Man habe sich auf eine Rückkehr zu den Vereinbarungen von 2014 geeinigt. Nach dem Gaza-Krieg im Sommer 2014 hatte Ägypten eine entsprechende Waffenruhe vermittelt.

Bereits am Dienstabend hatte ein Sprecher der militanten Gruppe Islamischer Dschihad die Einigung auf eine Waffenruhe unter Vermittlung Ägyptens verkündet. Man werde sich an die Kampfpause halten, solange Israel dies auch tue, hiess es.

Allerdings wurden auch in der Nacht zu Mittwoch weiter Raketen auf israelische Ziele abgefeuert. Eine Rakete traf nach Medienberichten ein Haus in einem Kibbutz im Süden Israels. Eine weitere Rakete schlug demnach in der südisraelischen Stadt Netivot ein.

Israels Haltung unklar

Sollte die Lage nun tatsächlich ruhig bleiben, will Israel die Vereinbarung mit den Palästinensern nach Medienberichten akzeptieren, um Ägypten als moderierende Kraft zu stärken.

Eine klares Dementi hierzu kam am Mittwoch jedoch vom israelischen Geheimdienstminister Israel Katz. "Diejenigen, die mit der Gewalt begonnen haben, müssen sie auch beenden", sagte Katz in einem Radiointerview. Israel werde die Hamas für jeden Schuss gegen sein Land zahlen lassen.

Die israelische Armee hatte in der Nacht zu Mittwoch nach eigenen Angaben erneut Ziele im Gazastreifen aus der Luft angegriffen. Demnach seien 25 "militärische Ziele" der Hamas getroffen worden. Bereits am Dienstag hatte die israelische Luftwaffe Ziele radikaler Islamisten im Gazastreifen angegriffen, nachdem dutzende Geschosse der Hamas und des Islamischen Dschihad auf israelisches Gebiet abgefeuert worden waren.

Seit rund zwei Monaten protestieren Palästinenser an der Grenze zu Israel. Dabei tötete die israelische Armee nach palästinensischen Angaben mindestens 116 Demonstranten. Die israelische Armee meldete einen getöteten Soldaten. Es ist die schwerste Eskalation der Gewalt an der Gaza-Grenze seit dem Krieg 2014.