Ungarn

Ungarn demonstrieren für Sinti und Roma

Trauernde Roma nach Angriffen von Rechtsradikalen 2009

Trauernde Roma nach Angriffen von Rechtsradikalen 2009

Mehrere hundert Ungarn haben am Sonntag in der Hauptstadt Budapest an einem «Roma Pride"- Marsch zu Ehren der diskriminierten Sinti und Roma teilgenommen. Bei ihrer Demonstration in der Innenstadt sangen sie das Lied «Opre Roma» (Steht auf, Roma!) das zum Kampf um gesellschaftliche Gleichberechtigung aufruft.

Viele der Demonstranten zeigten Plakate mit Fotos von Prominenten mit Roma-Wurzeln, wie der weltberühmte britische Schauspieler Charlie Chaplin oder der spanische Fussballer Jesús Navas.

Der Hauptveranstalter des Marschs, Jeno Setet von der Roma-Organisation Ide tartozunk (Wir gehören hierhin), sagte: "Dieser Tag ist für alle da, ob für Roma oder Nicht-Roma. Wir zeigen damit den Stolz unserer Gemeinde und unseren positiven Beitrag für Ungarn."

Unter den Demonstranten waren auch Vertreter der jüdischen Gemeinde, von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen (LGBT) sowie von Obdachlosen und Flüchtlingen.

Benjamin Abtan von der mitveranstaltenden Europäischen Antirassistischen Basisbewegung (Egam) in Paris, sagte: "Roma Pride ist unsere Antwort auf den derzeitigen Anstieg von Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus in Europa, besonders in Ungarn."

Die rechtsradikale Jobbik-Partei, die gegen Roma und Juden hetzt, kam bei der ungarischen Parlamentswahl im April auf mehr als 20 Prozent der Stimmen und kräftigte damit ihre Stellung als drittstärkste Kraft im Parlament.

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