Awakow schrieb am Mittwoch auf Facebook, die Fahrzeuge dürften nicht in die Region Charkow einfahren. Die Entsendung des Konvois bezeichnete Awakow als Provokation eines zynischen Aggressors. Auch Ministerpräsident Arseni Jazenjuk warf Russland "grenzenlosen Zynismus" vor. "Zuerst schicken sie Panzer, Grad-Raketen und Banditen, die auf Ukrainer schiessen, und dann schicken sie Wasser und Salz", sagte er bei einer Kabinettssitzung.

Kiew und der Westen befürchten, dass der Konvoi ein Vorwand Moskaus zur Unterstützung der prorussischen Separatisten in der Ostukraine sein könnte. Kremlsprecher Dmitri Peskow nennt den Vorwurf "absurd".

In der russischen Presse wurde der Start des etwa drei Kilometer langen Konvois enthusiastisch begleitet. "Drei Kilometer Hilfe", titelte die amtliche Zeitung "Rossijskaja Gaseta".

Am Dienstag war der Konvoi mit 262 Lastwagen gestartet. Er wird am Mittwochabend an der Grenze, am Kontrollpunkt Schebekino-Pletnewka, erwartet. Der Grenzposten liegt zwischen der südrussischen Region Belgorod und dem nordostukrainischen Charkow, das von Regierungstruppen kontrolliert wird.

"Neutrale" Lastwagen gefordert

Bereits am Dienstag hatte die Ukraine ausgeschlossen, die russischen Lastwagen ins Land zu lassen, und die Verladung auf "neutrale" Lastwagen unter Aufsicht des Roten Kreuzes gefordert. Das russische Aussenministerium hat zugesichert, ab der Grenze könne das Rote Kreuz die Führung übernehmen.

Zwar hat sich das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) tatsächlich angeboten, die Hilfsgüter zu den Menschen in die umkämpften Gebiete zu bringen.

Doch nach Angaben des IKRK hat Russland bislang keine Angaben zu Art und Umfang der Hilfslieferungen gemacht. Zudem fehlten die Sicherheitsgarantien der Konfliktparteien, um eine Verteilung von Hilfsgütern zu ermöglichen, sagte eine Sprecherin der Organisation in Genf.