In der mit mehr als 20 Millionen Einwohnern grössten Stadt des Landes herrschte Verkehrschaos. Die Beschäftigten wollten am frühen Nachmittag darüber abstimmen, ob sie ihren Streik verlängern. Am Donnerstag findet in Sao Paulo das WM-Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien statt.

Die Polizei setzte Tränengas ein, um eine Kundgebung an der U-Bahn-Station Ana Rosa im Südosten der Stadt zu unterbinden. Arbeiter steckten aus Wut über die Festnahme mehrerer Gewerkschaftsführer Müllsäcke in Brand. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

"Die Weltmeisterschaft kann für uns keine Ausrede sein", sagte Paulo Pasin, der Vorsitzende der landesweiten U-Bahn-Gewerkschaft Fenametro. "Wir wollen, dass die Verhandlungen wiederaufgenommen werden." Die Gewerkschaft fordert zwölf Prozent mehr Lohn, die staatliche U-Bahn-Gesellschaft hat 8,7 Prozent angeboten.

Der Gouverneur des Staates Sao Paulo, Geraldo Alckmin, drohte mit Massen-Entlassungen, da am Sonntag ein Arbeitsgericht den Streik für illegal befunden habe. Die Sorge wuchs, dass es kurz vor Beginn der WM nicht nur zu einem immensen Verkehrschaos, sondern auch zu Krawallen zwischen Arbeitnehmern und der Polizei kommen könnte.