Erstmals nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Zine el Abidine Ben Ali im Januar 2011 wird in Tunesien der Präsident am 23. November direkt vom Volk gewählt. Der säkuläre Zentrumspolitiker Marzouki war 2011 unter anderem mit den Stimmen der islamistischen Ennahda-Partei von der Verfassungsgebenden Versammlung gewählt worden.

Die nach langen Querelen und einer Reihe politischer Krisen im Januar dieses Jahres verabschiedete Verfassung sieht eine Beschneidung der präsidialen Machtbefugnisse vor. Diese gehen zum Teil an die vom Parlament kontrollierte Regierung unter Führung des Ministerpräsidenten über.

Das Parlament wird am 26. Oktober neu gewählt, die Ennahda gilt dabei als Favorit. Zu den Herausforderern des 69-jährigen Marzouki zählen Ex-Regierungschef Béji Caïd Essebsi, der Präsident der Verfassungsgebenden Versammlung Mustapha Ben Jaafar und zwei frühere Minister der Regierung Ben Alis.