Einige mit Gewehren bewaffnete Sicherheitskräfte waren auf den Strassen zu sehen. Rund 70'000 Polizisten und Soldaten sollen die Wahl absichern.

Die Medien berichteten über "Terroristen", die sich in dem Land aufhalten sollen. "Heute sind wir stärker", machte die Zeitung "La Presse" am Samstag mit einem Zitat des Innenministeriumssprechers auf.

Am Vortag waren bei einer Operation von Spezialkräften gegen mutmassliche Dschihadisten sechs Menschen getötet worden. "Ihr seid den Tunesiern ein Vorbild in Sachen Patriotismus und Tapferkeit", zitiert das Blatt Regierungschef Mehdi Jomaâ bei einem Treffen mit den Soldaten.

Zweite Parlamentswahl seit 2011

Die Zeitung "Al-Sabah" rief die Menschen auf, sich an der Wahl zu beteiligen: "Letzte Entscheidung ... der Gang zur Wahl". Mehr als 5,2 Millionen registrierte Wählerinnen und Wähler sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Viele Menschen sind unsicher, ob sie überhaupt wählen gehen sollen.

Es ist die zweite Parlamentswahl nach dem Sturz von Machthaber Zine el Abidine Ben Ali im Jahr 2011. Aus der ersten war die islamistische Ennahda-Partei als stärkste Kraft hervorgegangen.

Nach der Ermordung von zwei linken Oppositionspolitikern mutmasslich durch radikale Islamisten kam es zu einer politischen Krise mit Massendemonstrationen. Sie führte dazu, dass die Ennahda die Verantwortung an eine Übergangsregierung unabhängiger Experten übergab.