Türkei

Türkische Polizei geht gewaltsam gegen Kurden-Unterstützer vor

In Istanbul kam es zu Zusammenstössen von Demonstranten mit der Polizei

In Istanbul kam es zu Zusammenstössen von Demonstranten mit der Polizei

In Istanbul ist die Polizei am Sonntag mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Unterstützer von hungerstreikenden kurdischen Gefangengen vorgegangen.

Etwa 400 Demonstranten versammelten sich vor dem Gebäude der Kurdenpartei BDP, um den Hungerstreik von rund 700 inhaftierten Kurden zu unterstützen. Dies berichtete ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP.

Die Polizisten in Istanbul begannen ohne Vorwarnung, die Demonstranten gewaltsam auseinanderzutreiben. Diese riefen Slogans wie "Freiheit für Insassen" und "Räumt die Gefängnisse". Zudem skandierten sie Parolen für den in Haft sitzenden Vorsitzenden der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan.

Die türkische Regierung war zuletzt zunehmend unter Druck geraten, weil hunderte kurdische Gefangene sich seit mehr als 50 Tagen im Hungerstreik befinden. Dazu gehören auch mehrere Politiker. Sie verlangen eine Lockerung von Verordnungen, die den Gebrauch der kurdischen Sprache einschränken. Ihr Hauptziel ist jedoch eine Verbesserung von Öcalans Haftbedingungen.

Autobombe in Kurdengebieten

In den Kurdengebieten im Südosten der Türkei explodierte am Sonntag eine Autobombe und riss ein elfjähriges Kind in den Tod, wie die Behörden mitteilten. Weitere 18 Menschen seien verletzt worden. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan machte die PKK für den "abscheulichen Anschlag", der sich nahe einer Hochzeitsfeier ereignete, verantwortlich.

Die PKK wird sowohl von der Europäischen Union als auch von den USA als Terrororganisation eingestuft - nicht aber von der Schweiz. Die Organisation kämpft seit dem Jahr 1984 gegen den türkischen Staat.

Im Konflikt wurden bislang etwa 45'000 Menschen getötet. In der jüngeren Vergangenheit wurden wieder vermehrt Anschläge verübt.

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