Beim Bombardement des von Aufständischen gehaltenen Grenzorts Ras al-Ain seien auch Geschosse auf türkischem Gebiet niedergegangen. Sie landeten demnach in der direkt an Ras al-Ain grenzenden Stadt Ceylanpinar und lösten dort unter der Bevölkerung Panik aus. Es war unklar, ob die Irrläufer von syrischen Truppen oder von Rebellen abgefeuert worden waren.

Die Türkei sieht sich durch den Bürgerkrieg im benachbarten Syrien bedroht und will sich künftig mit Hilfe von NATO-Verbündeten schützen. Dafür beantragte das Land die Stationierung von Patriot-Abwehrraketen.

Am Montag wurde der russische Präsident Wladimir Putin in der Türkei erwartet. Nach Gesprächen mit Ministerpräsident Tayyip Erdogan ist eine gemeinsame Medienkonferenz geplant.

Kämpfe rund um Flughafen Damaskus

Derweil nahm das das Militär erneut Gebiete rund um den internationalen Flughafen Damaskus unter Beschuss. Wie das Staatsfernsehen am Montag berichtete, sollte mit dem Einsatz von Luftwaffe und Bodentruppen gegen "Stützpunkte von Terroristen" die Sicherheit in der Hauptstadt gewährleistet werden.

Der Rebellenkommandant Abu Nidal sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass es Kämpfern gelungen sei, die Elektrizitätsversorgung des Flughafens zu unterbrechen. Von Flughafenseite wurde dies nicht kommentiert.

Syrische Kampfflugzeuge bombardierten am Montag laut türkischen Medienberichten auch Stellungen der Rebellen in unmittelbarer Nähe der türkischen Grenze. Die Kampfjets hätten ihre Bomben am Morgen in der Nähe der türkischen Grenzstadt Ceylanpinar abgeworfen, berichtete die Internetausgabe der Zeitung "Hürriyet".

Die Nachrichtenagentur DHA meldete, es seien Rauchwolken über der syrischen Grenzstadt Ras al Ain zu sehen. Viele syrische Zivilisten flohen demnach in Panik über die Grenze in die Türkei.

Ceylanpinar und Ras al Ain liegen sich unmittelbar gegenüber und werden nur durch den Grenzzaun getrennt. Bereits Anfang November hatte die syrische Luftwaffe dort angegriffen; dabei wurden einige Zivilisten auf der türkischen Seite verletzt. Die türkische Armee schickte damals eigene Kampfflugzeuge zur Grenze.

Die syrischen Soldaten flogen ihre Luftangriffe vom Montag nur wenige Stunden vor der Ankunft des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Istanbul. Putin will mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan über die Lage in Syrien sprechen; Russland ist der wichtigste Partner Syriens auf der internationalen Bühne.

Schusswechsel an Grenze zu Libanon

Auch an der Grenze zu Libanon kam es zu Gefechten. Libanesische Soldaten lieferten sich mit Rebellen im benachbarten Syrien Schusswechsel über die Grenze hinweg.

Die amtliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete am Sonntagabend, die Soldaten seien von syrischem Gebiet aus im Bekaa-Tal beschossen worden und hätten das Feuer erwidert. Die libanesischen Streitkräfte teilten mit, bei den Schusswechseln habe es keine Verletzten gegeben.