Adventskalender

Türchen 7: Die Geschichte von Nachtwächter Ayman aus Jenin, der nicht viel weiss

Ayman

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Die siebte von 24 Begegnungen auf dem Heiligen Pfad von Nazareth nach Bethlehem: Ayman arbeitet als Nachtwächter in einer kleinen Pension in Jenin. Er nimmt seinen westlichen Besucher mit in die Moschee, obwohl er selbst kaum hingeht.

Wenn er ehrlich sei, dann liege sein letzter Besuch in der Moschee ziemlich weit zurück, versucht Ayman mit holprigen Worten zu erklären, als er morgens kurz nach vier Uhr über den Hauptplatz in Jenin huscht.

Der Adhan, der Ruf des Muezzins, hallt durch die Strassen, das Morgengebet steht an. Zwanzig Minuten dauert es. Ayman schaut sich immer wieder nach seinem westlichen Begleiter um, der als Nicht-Gläubiger hinten in der Moschee Platz nehmen muss. Ganz wohl scheint ihm nicht zu sein damit, dass er Besuch in die Moschee mitgebracht hat.

Zurück in der kleinen North Gate Pension, wo Ayman als Nachtwächter arbeitet, setzt er sich hinter den flimmernden Bildschirm, öffnet Google Translate, tippt etwas ins Online-Wörterbuch und strahlt: "Stellen alle Frage", steht im Ergebnisfeld.

Wir tippen hin und her, Arabisch und Deutsch rücken auf grammatikalisch umstrittenen Wegen immer enger zusammen. Zuallerletzt, nach geschlagenen Dreiviertelstunden, tippt Ayman in den Computer, was sein Gegenüber schon länger vermutet hat: "Ich weiss nicht viel, aber ich mag Fragen beantworten."

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Grafik: Elia Diehl

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