Adventskalender

Türchen 3: «Einen Schekel» – Wie Atilla aus dem Flüchtlingslager von Jenin sein Taschengeld aufbessert

Atilla verkauft nach der Schule ab und zu Kaffee, um sein Taschengeld aufzubessern.

Atilla verkauft nach der Schule ab und zu Kaffee, um sein Taschengeld aufzubessern.

Die dritte von 24 Begegnungen auf dem Heiligen Pfad von Nazareth nach Bethlehem: Es ist die Geschichte von Atilla, der arbeitet, während die Gleichaltrigen einem Fussball nachrennen.

Atilla sitzt auf seinem Schemmel im Flüchtlingslager von Jenin und dreht eine Schekel-Münze durch seine Finger. Neben ihm auf dem alten Tischchen stehen zwei riesige Kannen: eine mit Kaffee, eine mit stark gesüsstem Tee.

"Ein Schekel", sagt er, greift zur kupfernen Pfanne und schenkt heissen, nach Kardamon duftenden Kaffee in einen Plastikbecher.

Er mache das ab und zu nach der Schule, fürs Taschengeld. Manchmal helfe er auch in der kleinen Bäckerei seiner Eltern, was sich halt grad ergibt.

Und während Atilla arbeitet, stürmen seine Kollegen wie eine wild gewordene Horde einem Fussball nach, der durch die staubige Gasse rollt.

Als sie den Wanderer mit der Kamera entdecken, werden sie übermütig und wollen zeigen, was sie drauf haben. Sie kicken, jonglieren, dribbeln… bis einer von ihnen den Ball ungewollt gegen die Vitrine des fluchenden Milchverkäufers nebenan kickt.

Die Truppe springt davon, der alte Verkäufer ruft ihnen nach, Atilla bleibt lächelnd sitzen.

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Grafik: Elia Diehl

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