Adventskalender

Türchen 2: Die Geschichte des Tagelöhners Habib und dessen Problem mit seinen drei Frauen

Wenn sein Esel bockt, dann ist Habib eigentlich ganz froh.

Wenn sein Esel bockt, dann ist Habib eigentlich ganz froh.

Die zweite von 24 Begegnungen auf dem Heiligen Pfad von Nazareth nach Bethlehem: Es ist die Geschichte von Habib aus Duma und seinem Wunsch nach einem Stammhalter.

Habib ist eigentlich ganz froh, dass sein Esel, das sture Vieh, dann und wann plötzlich minutenlang regungslos an Ort und Stelle verharrt.

Dann setzt sich der Tagelöhner neben den Esel auf den Boden, steckt sich eine "Victory"-Zigarette in den Mund und ruft eine seiner drei Frauen an.

Am liebsten die dritte, die jüngste, "die schönste", sagt Habib und lacht sein vom Tabak gelb verfärbtes Lächeln. Die erste Frau, eine Coiffeuse, hat ihm vier Töchter geboren. „Nicht gut“, sagt Habib mit ernster Miene.

Auch die zweite Frau, eine Lehrerin, gebar drei Töchter und keinen Sohn. Erst bei der Dritten hats geklappt mit dem Wunsch nach einem Stammhalter.

Dass Habib als Mann alleine dafür verantwortlich ist, ob seine Kinder Töchter oder Söhne werden, das scheint ihn nicht zu interessieren. Vererbungslehre hat in seinem Weltbild keinen Platz.

Apropos: Seine dritte Frau will ihn heute Abend nicht sehen. Wütend sei sie, sagt er, hängt auf und ruft Frau Nummer Zwei an.

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Grafik: Elia Diehl

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