Adventskalender

Türchen 13: Die Geschichte der israleischen Grenzwächterin Efrat, die nett lächelt und scharf schiesst

Die 19-jährige Israelin Efrat (r.) ist als Grenzwächterin neben der Taufstelle Jesu östlich von Jericho stationiert.

Die 19-jährige Israelin Efrat (r.) ist als Grenzwächterin neben der Taufstelle Jesu östlich von Jericho stationiert.

Die 13. von 24 Begegnungen auf dem Heiligen Pfad von Nazareth nach Bethlehem: Die Teenagerin Efrat steht schwer bewaffnet am Jordanfluss. Sie lächelt bei netten Smalltalks – eine Touristenattraktion ist sie aber überhaupt nicht.

Während wir in der Schweiz nur sehr zögerlich über die Idee einer allgemeinen, für alle Geschlechter geltenden Dienstpflicht diskutieren, ist der obligatorische Einsatz fürs Vaterland in Israel seit 1948 Realität.

Auch für Efrat, die 19-jährige Israelin, die derzeit als Grenzwächterin neben der Taufstelle Jesu östlich von Jericho stationiert ist. 21 Monate lang müssen israelische Frauen Militärdienst leisten. Für die Männer dauert die obligatorische Dienstpflicht gar drei Jahre.

Dass Efrat ausgerechnet an diesem geschichtsträchtigen Ort stationiert werden würde, das hätte sie sich bei ihrer Einrückung nicht gedacht. «Ich will aber nicht klagen», sagt die junge Israelin, die mit ihrer Kollegin schwer bewaffnet dasteht und im Minutentakt in die Kameras der erstaunten Touristen lächelt, die immer wieder fragen, was sie denn dazu bewogen habe, Soldatin zu werden. «Nichts, ich hatte keine Wahl», sagt Efrat dann jeweils und lächelt in die Linsen.

Die netten Smalltalks täuschen leicht darüber hinweg, dass Efrat nicht einfach als Touristenattraktion hier steht. Wenn jemand versuchen würde, von Jordanien her über den Jordanfluss gleich nebenan zu schwimmen, dann würde sie ohne Vorwarnung schiessen. Genau wie ihre jordanischen Berufskollegen, die auf der anderen Flussseite freundlich in die Kameras der Touristen lächeln.

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Grafik: Elia Diehl

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