Die etablierten Parteien hätten 40 Jahre lang regiert, er nur knapp sieben Monate. Bislang habe er sich hauptsächlich auf die Verhandlung mit den Gläubigern konzentriert.

Nun sei die Zeit gekommen, im Inland zu handeln, sagte Tsipras. Er wolle das Land wieder auf Wachstumskurs bringen.

Die Griechen dürften die Schuld nicht immer im Ausland suchen, betonte Tsipras. Stattdessen müssten Steuerhinterziehung und Korruption bekämpft werden.

Tsipras schloss weiter jede Zusammenarbeit mit den früheren Regierungsparteien des Landes aus. "Wir werden nicht diejenigen zurückbringen, die das Volk hinausgeworfen hat", sagte er für den Fall, dass seine linke Partei Syriza nicht die absolute Mehrheit bekommt. Er wolle weder mit den Sozialisten der Pasok, noch mit den Konservativen der Nea Dimokratia, noch mit der Mitte-links-Partei To Potami zusammenarbeiten.

Syriza war bei der Parlamentswahl im Januar mit Abstand stärkste Kraft geworden, hatte jedoch keine absolute Mehrheit erhalten und daher eine Koalition mit der nationalistischen Partei Unabhängige Griechen (Anel) gebildet. Tsipras erklärte vergangene Woche seinen Rücktritt und forderte vorgezogene Wahlen.

Am Donnerstag will Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos das Dekret zur Auflösung des Parlaments unterzeichnen. Als möglichstes Datum für die Wahlen gilt der 20. September.