An seinem ersten offiziellen Auftritt als frischgewählter Präsident verkündete Trump vor versammelten Agenten des amerikanischen Geheimdienstes CIA, «eine bis anderthalb Millionen Menschen» hätten vor Ort bei seinem Amtsantritt in Washington D. C. zugeschaut.

Zwar gibt es keine offiziellen Besucherzahlen des politischen Mega-Events, aber Schätzungen von Beobachtern bewegen sich zwischen 250 000 («Financial Times») und maximal 900 000 Zuschauern (Ministerium für Innere Sicherheit) – weit weniger als die 1,8 Millionen Zuschauer, die 2009 Obamas ersten Amtseid vor Ort mitverfolgten.

Mit diesen «alternativen Fakten» will er laut seiner Sprecherin Kellyanne Conway die Arbeit der Medien - wo in seinen Augen nötig – ergänzen oder ersetzen. Wie «Spiegel Online» schreibt, könnte er damit aber auch von seinen wahren Skandalen abzulenken versuchen. Das sind die vier brisantesten:

Interessenkonflikte

Obwohl Trump sich von allen Posten seines Mischkonzerns zurückgezogen und die Leitung an seine ältesten Söhne übergeben hat, ist er bis heute immer noch der Besitzer von «Trump Organization».

Am Montag ging deswegen die erste Klage bei einem New Yorker Bezirksgericht gegen ihn ein. Die Kläger, die Watchdog-Gruppe Citizens for Responsibility and Ethics (Crew), berufen sich auf eine Klausel der US-Verfassung, nach welcher dem Präsidenten verboten ist, Vergütungen aus dem Ausland anzunehmen. Trumps Unternehmen habe aber zahlreiche ausländische Investoren und operiere in mehr als 20 Ländern.

Die Kläger fordern Trump dazu auf, seine Vermögensverhältnisse und Steuern herauszugeben.

Steuererklärung

Neben der Watchdog-Gruppe wollen auch andere Trumps Steuererklärung veröffentlicht sehen. So ruft WikiLeaks Insider dazu auf, Dokumente anonym an die Enthüllungsplattform weiterzureichen, damit sie diese veröffentlichen können. Seit 1976 ist Trump der einzige US-Präsident, der sich weigert, seine Steuererklärung offenzulegen. Ohne veröffentlichte Steuererklärung kann Trump die Höhe seines Vermögens willkürlich angeben und dessen Herkunft vertuschen.

Medien

«Ich befinde mich im Krieg mit den Medien», sagte der vereidigte US-Präsident bei seinem ersten offiziellen Auftritt vor den CIA-Agenten. Sein unverhohlener Hass auf die Medien motiviert Rechercheteams jedoch nur noch mehr, seine Geheimnisse aufzudecken. Bereits jetzt finden sich auf einflussreichen Zeitungsportalen wie der New York Times fast täglich Berichte über Trumps Unwahrheiten. 

Russland

Gemäss Medienberichten soll es zwischen dem Trump-Team und Russland Telefonate und «finanzielle Transaktionen» gegeben haben. Diese angeblichen Verbindungen werden nun von CIA, FBI und NSA geprüft. Die Geheimdienstausschüsse des Kongresses untersuchen auch Russlands Hackerangriffe.