Es ist alles andere als ein Geheimnis: US-Präsident Donald Trump glaubt nicht an den Klimawandel und an die globale Erderwärmung. Das beweisen zahlreiche Tweets über die Jahre zu diesem Thema, hier eine kleine Auswahl, der Trump ist sehr redundant:

23. April 2013

14. Mai 2013

29. Juli 2014

29. Oktober 2014

27. Januar 2015

15. Februar 2015

Und somit überrascht sein Entscheid, die USA aus dem Pariser Klima-Abkommen aussteigen zu lassen, nicht wirklich. Was wiederum aber nichts an der weltweiten Empörung ändert.

Begründet hat Trump den Ausstieg aus dem Klima-Pakt allerdings offiziell mit «wirtschaftlichen Argumenten». Das Abkommen sei ungerecht. «Als jemand, dem die Umwelt sehr am Herzen liegt, kann ich nicht guten Gewissens einen Deal unterstützen, der die USA bestraft», sagte der US-Präsident. China und Indien dürften ihre Emissionen bis 2030 weiter steigern, die USA müssten sie reduzieren – das sei mit hohen Kosten für die amerikanische Wirtschaft verbunden.

Gegenbeweise von der Nasa

Im Kontext seiner jahrelangen Äusserungen zum «Fake-Klimawandel», wirkt das obige Zitate mehr als hypokritisch. Laut Trump haben nämlich die Chinesen den Klimawandel bloss erfunden, «um US-Fabriken nicht konkurrenzfähig zu machen». 

Alles fake: Die Chinesen haben die Erderwärmung nur erfunden.

Zum Glück gibt es aber die Nasa, die zivile US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft. Ihre meist mit Satelliten aufgenommenen Vorher-Nachher-Bilder beweisen, dass Donald Trump falsch liegt – und sie zeigen, wie gravierend der Mensch nicht nur auf das Klima, sondern den ganzen Planeten Erde einwirkt.

Brüggen-Gletscher 1986-2016

Vorher-Nachher: Brüggen Gletscher 1986-2016

Zwischen 1998 und 2014 stieg die südliche Vorderseite des Chilenischen Gletschers um 593 Meter und seine nördliche Front, die in den See Greve fliesst, zog sich um 107 Meter zurück.

Aralsee 2000-2014

Vorher-Nachher: Aralsee 2000-2014

Bis in die 1960er-Jahre war der Aaralsee der viertgrösste See der Welt – die schwarze Umrisslinie zeigt die ungefähre Küstenlinie anno dazumal. Ein gewichtiger Verursacher des Wasserschwunds war die Sowjetunion, die grosse Mengen Wasser der Zuflüsse für Baumwoll- und Getreide-Anbau umleitete.

Okomu-Nationalpark 1984-2017

Vorher-Nachher: Okomu-Nationalpark 1984-2017

1984 entdeckte man auf Satellitenaufnahmen, dass bereits grosse Teile des Waldreservats in Ölpalmen- und Gummibaumplantagen umgewandelt worden waren (mangetafarbene Schattierungen). Daraufhin schuf man 1985 ein 114 Quadratkilometer grosses Wildschutzgebiet, das seit 1999 als Nationalpark gilt. Die Abholzung ringsum geht aber weiter (oben rechts im Bild).

Urwaldverlust in Kambodscha 1999-2017

Vorher-Nachher: Urwaldverlust in Kambodscha 1999-2017

14'400 Quadratkilometer Wald wurden zwischen 2001 und 2014 in Kambodscha abgeholzt, die weltweit höchste Rate der Entwaldung. Zwar zeigt das Bild 2017 ebenfalls viel (hell-)grün, dabei handelt es sich aber um Getreidefelder, Agroforstwirtschaft und Plantagen.

Veränderung Shanghai (China) 1984-2016

Vorher-Nachher: Veränderung Shanghai (China) 1984-2016

Die Bevölkerung von Shanghai verdoppelte sich von 12 Millionen im Jahr 1982 auf 24 Millionen im Jahr 2016. Entsprechend weitete sich die Stadtfläche von 308 auf unglaubliche 1.302 Quadratkilometer aus. Weil Beton Wälder und Ackerland ersetzten, stiegen hier die Temperaturen übermässig.

Mueller-Gletscher, Hooker-Gletscher und Tasman-Gletscher in Neuseeland 1990-2017

Vorher-Nachher: Mueller Gletscher, Hooker Gletscher und Tasman Gletscher in Neuseeland 1990-2017

In Neuseeland gibt es über 3000 Gletscher, die sich alle seit 1890 stetig zurückgezogen haben. 

Neumayer-Gletscher auf Südgeorgien (Südliche Sandwichinseln)

Vorher-Nachher: Neumayer-Gletscher auf Südgeorgien (Südliche Sandwichinseln)

Gleiches Bild in Süd-Georgien, einer Insel 2000 Kilometer südöstlich vom Kap Horn. In nur 16 Jahren hat sich der Neumayer-Gletscher um 4 Kilometer verkürzt.

Drei-Schluchten-Talsperre in China 1993-2016

Vorher-Nachher: Drei-Schluchten-Talsperre in China 1993-2016

1,2 Millionen Menschen mussten für den Drei-Schluchten-Stausee ihre Heimat verlassen. Allein zwischen 2003 bis 2009 ist das Grossprojekt für 3400 Erdbeben und zahlreiche Erdrutsche verantwortlich. Bedenken gibt es auch wegen des Verlusts der Biodiversität. (Bewaldete Gebiete sind im Bild rot dargestellt.)

Lake Cachuma in Süd-Kalifornien (USA) 2013-2016

Vorher-Nachher: Lake Cachuma in Süd-Kalifornien (USA) 2013-2016

Die Dürre in Südkalifornien hat den Lake Cachuma auf nur noch sieben Prozent der Kapazität fallen lassen. Der See dient unter anderem als Trinkwasser-Reservoir.

Arktische Eisdecke 1984-2016

Vorher-Nachher: Arktische Eisdecke 1984-2016

1'860'000 Quadratkilometern mass das arktische Meereis 1984. 2016 betrug die Fläche noch 110'000 Quadratkilometer. (Altes Eis ist dicker und wird in den Bildern «weiss» dargestellt, blau-graue Schattierungen stehen für junges, dünnes Eis, das schneller schmilzt.)

Städtische Expansion in Neu-Delhi (Indien) 1991-2016

Vorher-Nachher: Städtische Expansion in Neu-Delhi (Indien) 1991-2016

Neu-Delhi wuchs in 25 Jahren von 9,4 Millionen auf 25 Millionen Einwohner zur zweitgrössten Stadt der Welt nach Tokio. Bis 2030 erwartet man eine Einwohnerzahl von 37 Millionen.

Lake-Mead-Stausee am Colorado nahe Las Vegas (USA) 1984-2016

Vorher-Nachher: Lake-Mead-Stausee am Colorado nahe Las Vegas (USA) 1984-2016

Entstanden in den 1930er-Jahren ist der Lake Mead das grösste Wasser-Reservoir der USA, das 25 Millionen Menschen versorgt. Inzwischen ist der See nur noch zu 37 Prozent voll.

Grosser Salzsee im Norden des US-Bundesstaats Utah 2011-2015

Vorher-Nachher: Großer Salzsee im Norden des US-Bundesstaats Utah 2011-2015

Auch der Wasserstand im Grossen Salzsee schrumpft.

Bolivianischer Salzsee Poopó in den Anden 2013-2016

Vorher-Nachher: Bolivianischer Salzsee Poopó in den Anden 2013-2016

In nassen Zeiten hat der zweitgrösste See Boliviens eine Fläche von 3000 Quadratkilometern, er dient als wichtige Fischereiressource. 1994 trocknete der meist nur knapp drei Meter tiefe See aus und es dauerte Jahre, bis das Wasser zurückkam und das Ökosystem sich erholte. 

Imja-Gletscher im Himalaya (Nepal) 1956-2007

Vorher-Nachher: Imja-Gletscher im Himalaya (Nepal) 1956-2007

Arapaho-Gletscher im US-Bundesstaat Colorado 1898-2003

Vorher-Nachher: Arapaho-Gletscher im US-Bundesstaat Colorado 1898-2003

Eiskappe am Plateaugletscher Mýrdalsjökull, Island 1986-2014

Vorher-Nachher: Schrumpfende Eiskappe am Plateaugletscher Mýrdalsjökull, Island 1986-2014

Stausee Lake Powell (USA) 1999-2014

Vorher-Nachher: Stausee Lake Powell (USA) 1999-2014

1999 war der See fast voll – 2014 war der Wasserstand auf 42 Prozent gefallen.

Gletscherschwund im Kenai-Fjords (Alaska, USA) 1920/1940-2005

Vorher-Nachher: Gletscherschwund im Kenai-Fjords (Alaska, USA) 1920/1940-2005

In 60 bis 80 Jahren zog sich der Gletscher in Alaska rund 10 Kilometer aus dem Fjord zurück.

McCarty-Gletscher in Alaska (USA) 1909-2004

Vorher-Nachher: McCarty-Gletscher in Alaska (USA) 1909-2004

Dort wo einst noch 15 Kilometer Gletscher langen, erstreckt sich heute offenes Ozeanwasser. Auch die einst kargen angrenzenden Hänge sind heute von üppiger Vegetation bedeckt.

Abholzung Baban Rafi (Niger) 1976-2007

Vorher-Nachher: Abholzung Baban Rafi (Niger) 1976-2007

Es ist das bedeutendste Waldgebiet im Niger, am südlichen Rand der Sahara-Wüste. Weil sich die Bevölkerung in der Region in 40 Jahren vervierfachte, wurde viel Wald (dunklere Grünflächen auf dem Bild) für Landwirtschaftsfläche abgeholzt. Auch die bestehenden Wälder werden übermässig ausgebeutet.

Grosser Salzsee im Norden des US-Bundesstaats Utah 1985-2010

Vorher-Nachher: Großer Salzsee im Norden des US-Bundesstaats Utah 1985-2010