Waldbrände

Trump will während einer Kurz-Visite in Kalifornien nichts vom Klimawandel wissen

Klimawandel? Daran glaubt US-Präsident Donald Trump nicht.

Klimawandel? Daran glaubt US-Präsident Donald Trump nicht.

Präsident Donald Trump hat sich am Montag an der Westküste ein Bild von den Waldbränden gemacht. Er lehnte es aber ab, einen direkten Zusammenhang zwischen dem Feuer-Inferno und dem Klimawandel herzustellen.

Donald Trump lässt sich nicht beirren. Der amerikanische Präsident ist der Meinung, die katastrophalen Flächenbrände an der Westküste seines Landes liessen sich in erster Linie mit einer mangelhaften Waldbewirtschaftung erklären – und nicht mit dem Klimawandel.

Als Donald Trump am Montag in der Nähe von Sacramento, der Hauptstadt des besonders stark betroffenen Bundesstaates Kalifornien, an einer rund 30 Minuten dauernden Einsatzbesprechung teilnahm, wies er den entsprechenden Einwand eines lokalen Bürokraten zurück. «Es wird anfangen, kühler zu werden», sagte der Präsident stattdessen, «Sie werden schon sehen». Und, als der Kalifornier auf den Konsens der Klimaforscher verwies, die das Gegenteil prognostizieren, sagte Trump: Er glaube den Wissenschaftlern nicht. «Nun, ich denke nicht, dass die Wissenschaft es wirklich weiss», sagte er.

Gouverneur Newsom: «Der Klimawandel ist echt»

Der Gouverneur von Kalifornien, der Demokrat Gavin Newsom, verzichtete auf eine direkte Konfrontation mit dem Präsidenten. Er unternahm aber immerhin den Versuch, Trump zu erklären, dass der Klimawandel immer extremere Bedingungen verursache – so würden während den Hitzewellen höhere Temperaturen gemessen und die Dürreperioden dauerten länger an. «Etwas ist mit den Sanitäranlagen dieser Welt geschehen», sagte Newsom, an die Vorstellungskraft des einstigen Baulöwen Donald Trump appellierend. Und ergänzte:

Der Gouverneur betonte aber auch, dass er gerne bereit sei, mehr Geld in die Waldbewirtschaftung zu investieren. Er sei dabei aber auf die Hilfe von Washington angewiesen, befänden sich doch gegen 56 Prozent des kalifornischen Waldes im Besitz der Bundesregierung. (Washington ist im Westen Amerikas häufig der weitaus grösste Landbesitzer: Offizielle Statistiken sagen, dass fünf nationale Ministerien 45 Prozent der Landfläche Kaliforniens kontrollieren.)

Trump sagt, dass zu viel Umweltschutz schädlich für die Wirtschaft ist.

Trump sagt, dass zu viel Umweltschutz schädlich für die Wirtschaft ist.

Trump ist der Meinung, dass sich Waldbrände verhindern liessen, wenn tote Äste und verwelktes Laub regelmässig eingesammelt würden. Er behauptet, er habe dies von einem europäischen Amtskollegen gelernt. Und in diesem Land in Europa, das Trump am Montag nicht beim Namen nennen wollte, gebe es keine vergleichbaren Waldbrände, obwohl dieses Land Bäume besitze, die «feuergefährlicher» seien.

Tausende von Quadratkilometern zerstört

Der Präsident hat in der Vergangenheit kein Geheimnis daraus gemacht, dass er dem Klimawandel skeptisch gegenübersteht. In seiner Regierung sitzen zahlreiche Minister, die kein Interesse an einer entsprechenden Debatte haben. Sie sagen, mehr oder weniger direkt: Zuviel Umweltschutz sei schädlich für die Wirtschaft.

Die Feuer an der Westküste wüten seit Mitte August und haben in Kalifornien, Oregon und Washington Gebiete mit einer Fläche von gegen 20'000 Quadratkilometern zerstört. Allein in Kalifornien, dem bevölkerungsstärksten Bundesstaat Amerikas, sind in den vergangenen Wochen 24 Menschen gestorben. Unter den Grossbränden leiden aber nicht nur die betroffenen Landstriche; in den Ballungsräumen Los Angeles, San Francisco, Portland (Oregon) und Seattle ist die Luftqualität derart schlecht, dass die Behörden von einem Aufenthalt im Freien abraten. Und selbst an der Ostküste, weit entfernt vom Geschehen, war es zu Wochenbeginn aufgrund des Rauchs dunstig.

An der Ostküste meldete sich am Montag auch der Trump-Herausforderer Joe Biden zu Wort. Der demokratische Präsidentschaftskandidat hielt in Wilmington (Delaware) eine Grundsatzrede zum Klimawandel und zum Umweltschutz. Biden bezeichnete den Republikaner als «Klima-Brandstifter». Und er sprach in düsteren Worten darüber, welche Folgen eine zweite Amtszeit des Präsidenten für das Klima haben könnten. «Diese höllischen Ereignisse werden noch häufiger, zerstörerischer und tödlicher werden», sagte Biden.

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