Der Gouverneur von Ohio, John Kasich, werde das Ende seines Wahlkampfes ankündigen, berichtete der Sender NBC News am Mittwoch.

Zuvor hatte Kasichs Büro einen Auftritt des Kandidaten in Virginia abgesagt und für den späten Nachmittag (Ortszeit, später Abend MESZ) eine Erklärung in Ohio angekündigt.

Kasich lag in den vergangenen Wochen bei den Vorwahlen abgeschlagen an dritter Stelle hinter Trump und dem Senator Ted Cruz. Dieser gab am Dienstag nach einer schweren Niederlage in Indiana auf. Trumps formelle Ernennung zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner wird auf dem Parteitag im Sommer erwartet.

Cards: So funktionieren die US-Wahlen

Dem Immobilienmilliardär Donald Trump ist die Kandidatur der Republikaner bei der US-Präsidentenwahl kaum noch zu nehmen. Der 69-Jährige besiegte am Dienstag bei den Vorwahlen in Indiana seinen stärksten Widersacher Ted Cruz, der daraufhin aus dem Kandidatenrennen ausstieg.

Bei der Präsidentschaftswahl am 8. November läuft damit alles auf einen Zweikampf zwischen Trump und der früheren Aussenministerin Hillary Clinton von den Demokraten hinaus. Daran ändert auch Clintons Niederlage gegen Bernie Sanders in Indiana nichts mehr.

Neben seiner Widersacherin Clinton muss sich Trump nun auch auf seine Partei konzentrieren und diese hinter sich zusammenscharen. Viele Republikaner sind abgestossen von Trumps herrischer Art, seinen Ansichten über Frauen und seinen Vorschlägen, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen und elf Millionen illegale Einwanderer abzuschieben.

Aufruf zu Geschlossenheit

"Er ist derjenige, der uns vereinen muss", erklärte der Republikaner Henry Barbour aus Mississippi. "Das ist jetzt seine Gelegenheit." Parteichef Reince Priebus bezeichnete Trump als den voraussichtlichen Kandidaten. Es sei nun an der Zeit, die Reihen zu schliessen. "Wir müssen uns darauf konzentrieren, Hillary Clinton zu besiegen", twitterte der Vorsitzende der Republikaner.

Die Gegner Trumps im republikanischen Lager hatten zuletzt darauf gehofft, auf dem Parteitag im Juli eine Kampfabstimmung erzwingen zu können. Doch angesichts seines überwältigenden Sieges in Indiana dürfte der Milliardär die nötigen 1237 Delegiertenstimmen erreichen und damit auf dem Konvent in Cleveland automatisch zum Präsidentschaftskandidaten ernannt werden.

Die dafür nötige Delegiertenzahl wird Trump wohl spätestens bei der Vorwahl in Kalifornien am 7. Juni überschreiten. Derzeit kann Trump auf 1047 Delegierte zählen, Kasich auf 153. Widersacher von Trump brachten die Möglichkeit eines dritten Kandidaten jenseits von Trumpund Clinton ins Spiel.

Vorgeschmack

Trump zeigte sich bei einer Feier in New York schon siegesgewiss für die Präsidentschaftswahl: "Wir werden im November gewinnen - und wir werden hoch gewinnen", sagte er und griff auch gleich Clinton an: "Sie wird keine grossartige Präsidentin sein. Sie wird keine gute Präsidentin sein. Sie hat keine Ahnung vom Handel."

Clinton ihrerseits kündigte an, ihren Gegner "an jeder Kurve" anzugreifen. Und Clintons Wahlkampfchef John Podesta deutete an, dass er vor allem Trumps politische Unerfahrenheit in den Fokus rücken will: "Es steht so viel auf dem Spiel. Da ist Trump einfach ein zu grosses Risiko."

Trumps interner Widersacher Cruz erklärte, er sehe keinen Weg mehr, die Kandidatur zu gewinnen. "Schweren Herzens beenden wir unseren Wahlkampf", sagte der erzkonservative Senator aus Texas nach seiner Niederlage. Der 45-jährige Cruz hätte in Indiana die Wahl unbedingt gewinnen müssen, um noch eine echte Chance zu haben, Trump als Kandidaten zu verhindern. Cruz landete aber bei nur etwa 37 Prozent, fast 17 Punkte hinter Trump.

Kasich, der in Indiana mit nur etwa acht Prozent der Stimmen abgeschlagen auf dem dritten Platz landete, liess erklären, er werde kämpfen, so lange noch eine Chance bestehe.

Clinton vor dem Sieg

Bei den Demokraten siegte in Indiana Bernie Sanders. Er sicherte sich 42 Delegiertenstimmen, Clinton bekam 36. Experten gingen schon vor der Wahl in dem Staat mit etwa 6,6 Millionen Einwohnern davon aus, dass Clinton die Kandidatur ihrer Partei kaum noch zu nehmen ist. Die 68-Jährige kommt mittlerweile auf 2202 der erforderlichen 2383 Delegierten, Sanders auf 1400.

Sanders schnitt auch in Indiana besonders gut bei jungen Wählern ab. Der Senator von Vermont will möglicherweise auf dem Parteitag der Demokraten in Philadelphia eine Kampfabstimmung suchen.