Der Twitter-Beitrag des gleichnamigen Sohn des US-Präsidenten Donald Trump zum Terroranschlag in London war keineswegs durch Anteilnahme geprägt. «Geht's noch?! Terroranschläge sind Teil des grossstädtischen Lebens, sagt der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan», twitterte Donald Trump Jr. sinngemäss und verlinkte dazu einen Artikel aus dem britischen «Independent».

Wie so häufig bei Trump-Tweets ging der Schuss nach hinten los. Im Artikel-Link selbst hätte Donald Jr. feststellen können, dass sich Londons erstes muslimisches Stadtoberhaupt nicht auf die Anschläge bezog, sondern auf die Bedrohung, die von ihnen ausgehe. Sie sei «Teil und Bürde des Lebens in einer Grossstadt».

Der Artikel des «Independent» stammte vom letzten September. Khan bezog sich dabei auf den Bombenanschlag im New Yorker Stadtteil Chelsea, der von einem US-Bürger afghanischer Herkunft verübt worden war. Sadiq Khan hatte damals in einem Videointerview mit dem «Evening Standard» betont, ihm sei «nichts so wichtig wie die Sicherheit der Londoner».

Der Tweet von Donald Trump Jr. stiess bei vielen Briten auf Ablehnung. Sadiq Khans Labour-Parteikollege, der Unterhausabgeordnete Wes Streeting, bezeichnete den Sohn des US-Präsidenten als «Schande». Trump selbst hielt in einem Mail an die «New York Times» fest, er werde «nicht jeden Tweet kommentieren», den er versende.

Es ist nicht die erste Twitter-Kontroverse um den ältesten Sohn von Präsident Trump. Im letzten September verglich er syrische Flüchtlinge mit Skittles, einer beliebten Fruchtgummi-Marke. Er rechtfertigte damit die Weigerung seines Vaters, Menschen aus dem Bürgerkriegsland aufzunehmen.

Video zeigt Moment des Attentats in London

Video zeigt Moment des Attentats in London